http://www.svd.se/dynamiskt/kultur/did_7198534.asp

Svenska Dagbladet, 25.3.2004

König-Institut führt einzigartiges Werk weiter

Kardinal Franz König, Erzbischof emeritus von Wien, starb am 13. März im 99. Lebensjahr.

Der Verlust ist groß nach "einem Giganten des 20. Jahrhunderts", "Österreichs Gewissen", "dem Mann der Versöhnung", "dem Seelsorger und Brückenbauer", wie er in Nachrufen charakterisiert wird. König war ein Mann mit unbestechlicher Integrität, der absolute Loyalität mit klarer und schwerwiegender Kritik vereinigte, wenn in der Kirche etwas schiefging. Während der letzten Jahrzehnte mit der wachsenden Engsichtigkeit und "reflexartigen Ängstlichkeit" des Vatikans, wie er es nannte, stellte er sicher und frei die vertrauensvolle Offenheit dar, welche das Signum des Zweiten Vatikanischen Konzils war. Er war der Letzte der Großen.

Ich skizzierte Königs Porträt im Svenska Dagbladet vom 14. Mai 2001 und besprach ausführlich eine neu herausgekommene Biographie am 4. Januar dieses Jahres. Ein gemeinsamer Bekannter in Österreich übersetzte diesen Artikel und sandte ihn an den Kardinal, der mir in einem freundlichen Brief dafür dankte, in dem ich eingeladen wurde, ihn nochmals zu besuchen, um "über gemeinsame Interessen zu sprechen". Daraus wurde leider nichts mehr.

Anfang März wurde in Wien ein Kardinal-König-Institut, das "Forum für Glaubende und Nichtglaubende" eingerichtet, dazu ausersehen, die Tätigkeit des nunmehr aufgelösten Sekretariats für den Kontakt mit Nichtglaubenden fortzusetzen, das in Rom nach dem Konzil mit Kardinal König als Leiter gegründet wurde. So wird sein Lebenswerk fortgesetzt und sein Geist wird hoffentlich in jungen Mitarbeitern weiterleben.

Bis zuletzt war Franz König mit unveränderter Gedankenschärfe und Engagement tätig. Er starb einen friedvollen Tod im Schlaf in seiner Wohnung, als ob sein Herr seinen treuen Diener auf geradem Weg in sein Reich holen wollte.