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12. August 2005 - 21:25 Uhr

Sekte spaltet örtliche Gesellschaft

Die Bürger in der Kommune Stevn auf Südseeland fürchten, daß eine christliche Sekte einen denkmalgeschützten historischen Bereich bei Stevns Klingt übernehmen könnte.

Von Pola Rojan

Die Leuchttürme bei Stevn sind der Kernpunkt in einem Streit, in dem Anrainer befürchten, daß denkmalgeschützte Gebäude in die Hände der Sekte Smiths Freunde fallen könnten. Foto: Lars Hansen

Eine konservative christliche Sekte, Die Christliche Gemeinde (DKM) - auch als Smiths Freunde bekannt - hat einen ehemaligen Militärbereich bei Stevns Klingt gekauft. Ihr Plan ist es, ein dorfähnliches Ferienzentrum für ihre Mitglieder zu errichten.

Aber die Pläne der Gemeinde treffen auf Widerstand der örtlichen Bevölkerung.


Mitten im privaten Bereich von DKM liegt Stevns Fyr - das aus zwei Leuchttürmen besteht. Die Einwohner von Stevn befürchten, daß der öffentliche Zugang zu den Leuchttürmen begrenzt wird und daß ein großes Feriendorf das kulturhistorische Gepräge der Gegend zerstören wird.

Deshalb haben sie einen Erhaltungsverein für Stevns Fyr gegründet.

Leuchtturm

Die Furcht von Teilen der örtlichen Bevölkerung besteht außerdem darin, daß die christliche Gemeinde ihre Finger auch nach den Leuchtürmen selbst ausstrecken wird, welche die Wasserstraßenverwaltung gemäß den Informationen von Politiken innerhalb kurzer Zeit zu veräußern plant.

Dem Vertreter von DKM in Dänemark zufolge ist die Gemeinde positiv darauf eingestellt, die beiden Leuchttürme in ihr Areal einzubeziehen, welches das kleine Stück Land draußen am Wasser, wo sich die Leuchttürme befinden, vollständig umgibt.


"Es ist für uns ganz natürlich, darauf zu sehen, daß wir den Rest des Areals übernehmen können, wenn er zum Verkauf angeboten wird", sagt Anders Kristensen, der dänische Sprecher von DKM.

Aber die Kommune Stevns hat andere Pläne.

"Wir sind nicht daran interessiert, daß es so weit kommt, daß Private die Leuchttürme kaufen", sagt der Verwaltungsschef der Kommune Stevn, Bjørn Voltzmann. Er verheimlicht jedoch nicht, daß das Ganze vom Verhalten der Wasserstraßenverwaltung abhängt.

Außer nach den denkmalgeschützten Leuchttürmen erhebt sich noch die Frage nach der ehemaligen Militäranlage, die sich heute im Eigentum der Gemeinde befindet.

Der Erhaltungsverein ist besorgt darüber, daß ein Stück Kulturgeschichte nun von Privaten kontrolliert und vielleicht zerstört wird.


Unverständnis

"Das wäre fast so wie eine Schließung des Nationalmuseums. Dieser Bereich ist ein Teil der Geschichte Dänemarks und gehört uns allen. Wir werden ihn beschützen und alle sollen dazu Zutritt haben", sagt Erik Schütt, Mitgründer des Erhaltungsvereins und gleichzeitig Grundnachbar.

Anders Kristensen von DKM steht den Sorgen der Bürger mit Unverständnis gegenüber.


"Die Wellen gehen derzeit hoch, aber das sind Wellen in einem Wasserglas", sagt er und setzt fort:

"Wir wollen nur einen Ort in der Natur haben, den unsere Mitglieder in ihrer Freizeit benützen können, um Ball zu spielen, zur grillen oder sich an der Natur zu erfreuen.".

Jane und Steen Christoffersen sind DKM's nächste Nachbarn und waren an der Gründung des Erhaltungsvereins beteiligt. Sie haben einen ganz anderen Eindruck von den Aktivitäten der Gemeinde.

"Wenn der Lärm von ihnen ebenso arg bleibt, wie er es in den letzten paar Jahren gewesen ist, dann ziehen meine Frau und ich von hier weg", sagt Steen, der im Ort seit 1943 gewohnt hat. "Wir haben bereits nach einem Haus Ausschau gehalten", berichtet er, und Jane ergänzt: "Ich kann ihr Hornorchester von meiner eigenen Küche aus hören."

Überreaktion

Die Reaktion der örtlichen Gesellschaft gelangte Anders Kristensen zu Ohren.


"Das war völlig übertrieben und das wirkt sonderbar. Das Interesse für das Gebiet entstand erst, nachdem wir es übernommen hatten. Es wirkt so, als ob die Leute hier alles Mögliche tun wollten, um uns zu hindern, das mit dem Grund zu tun, was wir wollen", sagt Anders Kristensen.

Die Ereignisse