Europäische Konferenz über das Sektenwesen
Paris, Nationalversammlung, 23 und 24. April 1999

Zusammenfassung der Ansprache von Alain VIVIEN
Präsident der
"Mission interministérielle de lutte contre les sectes"
["Interministerielle Mission zum Kampf gegen die Sekten"]
Ehemaliger Minister

Frankreich hat sich seit etwa 15 Jahren mit den Wegen und Möglichkeiten beschäftigt, über die Auswirkungen des Sektenwesens zu lernen, gegen sie vorzubeugen und sie zu bekämpfen. Mit der neulich erfolgten Errichtung der "Mission interministérielle de litte contre les sectes" ("Interministerielle Mission zum Kampf gegen die Sekten") demonstriert unser Land eine starke politische Absicht.

Es ist wichtig, "Kulte" in Frankreich als Vereinigungen mit einer totalitären Ideologie und einem gefährlichen Verhalten in Bezug auf wesentliche öffentliche Freiheiten und soziale Stabilität zu definieren.

Gemäß französischen Gesetzen gibt es eine Anzahl legaler Mittel, um Maßnahmen zu ergreifen, darunter zum Beispiel das Vereinsrecht, das Prinzip der Trennung von Kirche und Regierung, verschiedene Steuergesetze und Regeln gegen internationale Transfers und gegen Steuerhinterziehung. Unsere Religionen halten sich an diese Regeln, während internationale Kulte sich dagegen sträuben.

Es ist ganz wesentlich und dringend, auf europäischem Niveau ein gemeinsames Denken über diese Fragen zu entwickeln. Es gibt tatsächlich die Notwendigkeit, die öffentliche Aufmerksamkeit zu wecken und Solidarität zwischen unseren Regierungen zu entwickeln. Dieses Konferenz stellt daher einen Beginn für die Entwicklung einer internationalen Vereinbarung darüber dar, was auf diesem Gebiet als wichtig betrachtet werden muß.

Die französische Mission interessiert sich für die Arbeit, die von bestimmten zwischenstaatlichen Körperschaften (dem europäischen Parlament, dem Europarat, der OSCE) ausgeführt wird, wo Kulte versuchen, die nationalen Delegationen zu beeinflussen.

Der Schutz der menschlichen Freiheit ist eine Herausforderung. Gedankenfreiheit, Glaubensfreiheit und Redefreiheit sind Teil unseres Kampfes.

Ihre Tätigkeit ist zur Erreichung dieser Ziele wesentlich. Ich wünsche deshalb Ihrer Arbeit und den Schlußfolgerungen, die das Ergebnis dieser beiden Tage sein sollen, den größtmöglichen Erfolg