Thomas Gandow, Sektenberater der Lutherisch-Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, Deutschland

Kulte oder ausländische Lobby-Gruppen?

Mach es so unglaublich,
dass es keiner glaubt

Wahn und Spinnerei? - Oder ernstzunehmende politische Herausforderung?

Für den Innenminister des deutschen Bundeslandes Hessen war die Sache schon vor 20 Jahren klar. Am 20. März 1986 veröffentlichte er im Sozialdemokratischen Pressedienst eine Entwarnung in Sachen La Rouche-Bewegung.

Unter dem Titel  „Verstiegen und paranoid“ teilt der Innenpolitiker mit, dass

 „die in den letzten Tagen in der öffentlichen Diskussion mehrfach genannte Europäische Arbeiterpartei (EAP) eine ausgesprochen sektiererisch orientierte Splittergruppe“ ist.

Seine Meinung als Innenminister:

 „Sonderlich ernst zu nehmen ist diese Gruppe nicht.“

Die Begründung des Innenpolitikers:

 „LaRouche lebt in der Vorstellung, er halte <das Schicksal der Welt in seinen Händen.“

Das war für den Politiker kein Anlass zur Besorgnis.

Im Gegenteil:

 „Ich möchte dringend dazu auffordern, diese sektiererische Gruppe politisch nicht ernst zu nehmen. Alles, was sie äußert, ist verstiegen und paranoid, nicht aber klaren politischen Zielrichtungen zuzuordnen. Insbesondere eine Einstufung der EAP als Teil der neuen Linken oder linksextremistisch ist ebenso abwegig wie eine Zuordnung zu rechtsextremen Bestrebungen.“

 „Die eigentliche Gefahr“, schreibt der Minister,  „liegt in ihrem sektiererischen Auftreten. Davon können ebenso wie von anderen Sekten, junge Menschen betroffen werden, die durch manipulative Methoden dem Wahn dieser Sekte verfallen. Ich bin deshalb dankbar dafür, dass sich insbesondere die Sektenbeauftragten der großen Kirchen mit Aufmerksamkeit dieser Gruppe angenommen haben und versuchen, zur Aufklärung über deren Machenschaften beizutragen.“

Damit war für ihn die Angelegenheit entheikelt.

Darum betonte der Innenminister zum Schluss noch einmal, was ihm so sehr am Herzen lag:

 „Jede Aufwertung dieser Gruppe durch die Zuordnung zum extremistischen Bereich oder gar zu terroristischen Bestrebungen erscheint mir jedoch nicht angemessen.“ [1]

                   1. Politische Betätigung

Angesichts dessen, dass Politiker in öffentlichen Äußerungen „dringend dazu auffordern“, Gruppen wie die LaRouche-Bewegung „nicht ernstzunehmen“ und die Beschäftigung mit den angeblich „verstiegenen und paranoiden“ Gruppen von Politikern gern den Sektenbeauftragten der großen Kirchen zugewiesen wird, - als seien diese für Wahn, Verstiegenes und Paranoides, jedenfalls für „unpolitisches“ zuständig - fällt umso mehr auf, dass viele dieser Organisationen in starkem Maße direkt politisch tätig sind – wobei sie von vielen Politikern durchaus als politische Akteure ernst genommen und sogar geschätzt werden…

Die eben genannte LaRouche-Bewegung, im öffentlichen Auftreten und Ansehen geprägt von Verschwörungstheorien und angeblich nicht ernst zu nehmen, organisiert z.B. weltweit professionell Parteien, Vereine, Komitees und Wahlinitiativen, unterhält Verlage und Zeitschriften, hat Büros in den USA, Mexiko, Indien, Schweden, Norwegen, Italien, Frankreich und Deutschland.

Auffällig sind Tagungen mit Politikern, aber vor allem auch Wissenschaftlern aus den Bereichen Atom- und Wehrtechnik, dazu auch Generäle.

In Deutschland sind vor allem die  „Europäische Arbeiter Partei“ (EAP), das  „Schiller-Institut“, die  „Patrioten für Deutschland“, die „Anti-Drogen-Koalition“ (ADK), das Fusions-Energie-Forum (FEF) und die Executive Intelligence Review Nachrichtenagentur GmbH tätig.[2]

Dennoch behauptet die deutsche Bundesregierung im Jahre 2007 im Zusammenhang einer parlamentarischen Anfrage wegen des Todes des britischen Studenten Jeremiah Duggan, geb. am 10. November 1980, gestorben am 27 März 2003 in Wiesbaden/Hessen in Zusammenhang mit einer Veranstaltung der LaRouche-Organisation auf die Frage

„Welche Informationen liegen der Bundesregierung hinsichtlich der vorstehend erwähnten Organisationen jeweils vor, …

d) über deren Finanzquellen und -gebaren,

e) über deren sicherheitsrelevante Kontakte in Kreise der (Nuklear-) Energieforschung und -Versorgungsunternehmen“ –

 „Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.“[3]

Kritische Informationen zur politisch ausgerichteten LaRouche-Bewegung finden sich (daher) nur auf privaten Websites [4]

Nicht immer aber entgehen die auffälligen politischen Betätigungen der „Kulte“ oder „totalitäre Sekten“ genannten Organisationen der Wahrnehmung durch die politische Öffentlichkeit.

Zum Beispiel wurde intensiv berichtet und auch staatlicherseits informiert über die politische Betätigung der Mun-Bewegung für den US-Präsidenten Richard M. Nixon. Mit ganzseitigen Anzeigen und Kundgebungen auf dem Höhepunkt der sog. Watergate-Affäre 1974 hatte die Mun-Bewegung sich in der amerikanischen Innenpolitik engagiert.

1978 hatte dann das Fraser Committee, ein Unterkomitee des United States Congress, die politische Einflußnahme der Süd-Koreanischen Regierung auf die Politik in den Vereinigten Staaten untersucht und einen Bericht herausgegeben, der auch die Beteiligung der Mun-Bewegung an diesen Aktionen auflistete. [5]

Dabei wurde allein über die Mun-Bewegung auf 80 Seiten detailliert festgestellt, dass die Mun-Bewegung mit unterschiedlichem Erfolg versucht hatte, Einfluss auf US-Institutionen zu gewinnen und die US-Außenpolitik zu beeinflussen; dass sie dies teils in eigenem Interesse, teils um der südkoreanischen Regierung zu nutzen getan hatte, teils wohl im direkten Auftrag der südkoreanischen Regierung. Dabei ging es z.B. auch um Lobbying für die Ausweitung einer Waffenproduktions-Lizenz für eine Firma der Mun-Bewegung und vieles andere mehr.[6]

Als politische Aktivität ist auch das Eindringen von Scientology in den französischen Regierungsapparat in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu nennen. 1991 veröffentlichte der Pariser Journalist Serge Faubert darüber sein Aufsehen erregendes Buch „Une Secte au Coeur de la République“ (Eine Sekte im Herzen der Republik). [7]

                   2. Politische Lobbyarbeit in eigener Sache

Dass Kulte oder Sekten, besonders im politischen Bereich, eine regelrechte Lobby-Arbeit in eigener Sache, also für sich selbst, betreiben, ist vielen klar und regt kaum noch jemanden auf, selbst wenn dabei ziemlich ungewöhnliche Methoden zum Einsatz kommen:

So plante Mun, Sun Myung 1971 für die USA:

 „Wir müssen auch die Senatoren wiederherstellen. Darum wird Meister jedem Senator drei junge Frauen zuweisen. Die Senatoren sind (sc. gefallene -TG) Erzengel; darum muss die Wiederherstellung (sc. die sexuelle Blutreinigung - TG) durch Eva gemacht werden. Darum brauchen wir 300 junge Frauen. Um die Senatoren wiederherzustellen müsst ihr als erstes deren Hilfskräfte zu euren Freunden machen, besonders die Sekretäre. Versteht ihr das?... Und wenn wir die Senatoren wiederhergestellt haben, werden diese Frauen außer Landes geschickt werden. Wenn ihr das macht, könnt ihr Amerika retten“[8]

1973 erläuterte Mun dazu:

 “Meister braucht auch viele gut aussehende Mädchen – 300. Er wird jeweils einem Senator drei Mädchen zuteilen – das bedeutet, wir brauchen 300. Lasst sie eine gute Beziehung zu den Senatoren haben. Eine ist für die Wahl, eine soll die Diplomatin sein, und eine ist für die Party. Wenn unsere Mädchen den Senatoren in vielerlei Hinsicht überlegen sind, dann können sie einfach von unseren Mitgliedern übernommen werden“. [9]

Inzwischen wurden Mun und seine Frau – heute gut etablierte Besitzer der in den USA einflussreichen konservativen Zeitung Washington Times und der Nachrichtenagentur UPI – am 23. März 2004 im Dirksen Senate Office Building – einem Gebäude der US-Regierung auf dem Capitol - in Anwesenheit von mindestens 12 Abgeordneten [10]– die Mun-Bewegung selbst spricht von 81 - mit einer edelsteinbesetzten Krone zum

„Heiland der Menschheit, Messias, Wiedergekommenen Herrn und zu Wahren Eltern gekrönt“. [11]

Tom Cruise, von europäischen Politikern und Medien gern heruntergespielt als überdrehter, exzentrischer Hollywood-Star, in Wirklichkeit Scientology-Botschafter für Europa, spricht in einem Schreiben an das State Department ernsthaft und offen über seine Lobby-Tätigkeit für Scientology:

"...ich freue mich über die unschätzbare Hilfe, die das [US-] Außenministerium den Mitgliedern meiner Kirche dabei gegeben hat, ihre Rechte zu schützen, besonders in Europa.“

„Ich werde im Januar [2004] wieder nach Europa fahren, um meinen nächsten Film zu promoten und ich plane, mich dann wieder mit unseren [US-] Botschaftern in Frankreich, Deutschland und eventuell Belgien zu treffen um mit ihnen daran zu arbeiten, Druck auf diese Nationen auszuüben... ...das ist in keiner Weise eine Publicity-Kampagne für mich. Sondern diese Angelegenheit ist sowohl wichtig wie auch ein persönliches Anliegen, und darum bemühe ich mich um die Unterstützung meiner Regierung..."[12]

2004 empfing Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit den US-Schauspieler im Roten Rathaus. Vermarktet wurde der Besuch von Scientology in einem Werbevideo als erfolgreicher „Besuch im Lande der Intoleranz“[13]. Die Berliner Senatskanzlei verteidigt den Empfang des Scientology-Lobbyisten und die peinlichen Fotos vom Cruise-Besuch auf ihrer Website noch heute.[14]

                   3. Lobby von Politikern für Kulte

Die verschiedenartige Lobby-Arbeit der Kulte fällt bei vielen Politikern auf einen fruchtbaren Boden, so dass die Kulte vielfach die Unterstützung von Politikern und politischen Administrationen genießen, auch wenn diese sich gern offiziell vom angeblich „wahnhaften“ Treiben der Organisationen „distanzieren“.

Beispiele für politische Unterstützung

Jim Jones, Leiter des Peoples Temple, zählte zu den angesehensten Geistlichen der Vereinigten Staaten. Er wurde in die Menschenrechts- und die Wohnungsbaukommission von San Francisco berufen. US-Vizepräsident Walter Mondale traf sich mit ihm ebenso wie die damalige First Lady Rosalynn Carter. Der Gouverneur von Kalifornien lud ihn zum Abendessen ein; ähnliche Kontakte werden in Bezug auf die damaligen Gouverneure Ronald Reagan und seinen Nachfolger Jerry Brown berichtet, aber auch über Angela Davis, damals Vorsitzende der Kommunistischen Partei der USA, sowie Jane Fonda.[15]

Die Treffen Muns mit Präsident Michael Gorbatschow seit 1990 sind bekannt. 1990 empfing der Präsident der damaligen Sowjetunion, Michail S. Gorbatschow, Mun persönlich während der 11.Weltmedienkonferenz in Moskau. Weitere Treffen folgten. Offizielle Stellen der damaligen Sowjetunion und der Präsidialadministration unterstützten Anwerbe- und Austauschaktivitäten der Mun-Bewegung an Schulen und Hochschulen. [16]

Der amerikanische Ex-Präsident George Bush sen. setzte sich – gegen z.T. erhebliche Geldbeträge - als Redner für die Munbewegung ein. Dabei hörte er sich 1996 auch die "Ansprache des Gründers zur Eröffnungsfeier der "Tiempos del Mundo", Muns neuer Zeitung für Lateinamerika an über den Wert der Geschlechtsorgane. [17] Die Rede ist nicht geheim; sie wurde anschließend in einer doppelseitigen „Anzeige“ in der Washington Times publiziert. Leider ist der bei dieser Gelegenheit gegebene Redebeitrag des Alterspräsidenten George Bush, nicht in gleicher Weise überliefert.

Im Internet gibt es eine ganze Übersicht über zum Teil sehr einflussreiche Politiker in den USA, die sich für Scientology einspannen lassen. Bei einigen von ihnen lässt sich eine Abhängigkeit wegen Wahlkampfspenden von Scientologen nachweisen. [18]

Fast wie ein Auszug dieser Zusammenstellung lesen sich die Namen der US-Politiker, die sich bei den OSZE-Konferenzen [19] als Lobbyisten für Kulte, insbesondere für Scientology betätigen. Im Jahresbericht 2007 der französischen Interministeriellen Kommission MIVILUDES gibt es dazu ein umfangreiches, instruktives Kapitel.[20]

Enthalten ist darin auch eine Übersicht und Einschätzung der wichtigsten im politischen Bereich tätigen Lobby-Organisationen „Human Rights Without Frontiers /Menschenrechte ohne Grenzen (HRWF); Internationale Helsinki-Föderation für Menschenrechte (IHF) / International Helsinki Federation for Human Rights (IHF) und The Institute on Religion and Public Policy (IRPP).

Der deutsche Innenpolitiker Stefan Edathy, damals stellvertretender innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestags-Fraktion, ließ sich 2004 von der Berliner US-Botschaft zu einem Treffen mit dem Scientology-Propagandisten Tom Cruise in die US-Botschaft einladen. (Vgl. zum Hintergrund und zur Terminierung Anm.12)

Es sei um eine Cruise-Film-Premiere gegangen. Auf der Website des Abgeordneten wird berichtet, er habe sich mit dem Action-Darsteller Tom Cruise getroffen, „um über Fragen der deutschen Innenpolitik zu diskutieren“, „insbesondere die Themen Bürgerrechte und Extremismusbekämpfung“. „Die Frage Scientology haben wir nicht ernsthaft erörtert.“

Im Jahre 2007 war Edathy Vorsitzender des Bundestagsinnenausschusses geworden. Jetzt äußerte er sich positiv zum Stauffenbergfilmprojekt des Tom Cruise einerseits, skeptisch über ein damals von der Innenministerkonferenz angedachtes Scientology-Verbot.

                   4. Kulte und totalitäre Sekten als Lobbyisten für Politiker

Kann man aber auch davon sprechen, dass diese Unterstützung abgesehen von Zahlungen, auf Gegenseitigkeit erfolgt, gibt es also einen Nutzen der Organisationen für die Politiker oder die Administrationen, die sie unterstützen?

Hier bewegen wir uns keineswegs auf dem Gebiet der Verschwörungstheorien und der Spekulation.

Bekannt geworden ist die politische Unterstützung von Jim Jones, dem Anführer des Massen(selbst)mords von Jonestown, Guyana von 1978, bei dem mehr als 900 Menschen den Tod fanden, für Politiker. 1976 hatte er das Publikum für eine Wahlkampfveranstaltung von Rosalynn Carter beschafft. Deren Mann Jimmy Carter wurde US-Präsident, Jim Jones durfte an der Vereidigung teilnehmen, Rosalynn Carter schickte ihm einen Dankesbrief aus dem Weißen Haus [21]

Die bereits oben unter dem Stichwort „Koreagate“ bekannt gewordene Einflussnahme der südkoreanischen Regierung durch die Mun-Bewegung auf die US-Außen- und Innenpolitik wurde von einem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses untersucht. [22]

In den Zusammenhang der Lobby-Tätigkeit von Organisationen für Politiker gehört der finanzielle und personelle Einsatz der Mun-Bewegung für den französischen Rechtsextremisten LePen[23]. Dabei ging es nicht nur um Geldbeträge in Millionenhöhe, sondern auch um den Einsatz von 200 ausländischen Mun-Anhängern als Wahlkampfhelfern in Frankreich. Pierre Ceyrac, Mitglied im Europa-Parlament für LePens Nationale Front, war zugleich Chef des französischen Zweigs von CAUSA, einer politisch ausgerichteten Mun-Organisation.[24]

Einen ähnlichen Einsatz der Mun-Bewegung gab es in Deutschland für die rechtsextremen „Republikaner“ des Franz Schönhuber. Causa-Vorstandsmitglied Dr. Ursula Saniewski half Schönhuber als „Persönliche Assistentin“; mit dem Vorsitzenden der Mun-Vereinigungskirche Karl Leonhardtsberger und Vizepräsident von CAUSA hatte sie zuvor eine andere rechtsgerichtete „Bürgerbewegung“ geplant. [25].

Die „Demokraten“ in den USA profitierten dagegen von Wahlkampfunterstützung der Scientologen. Allein Hillary Clinton erhielt von scientologischen Schauspielern für ihren Senatswahlkampf 2000 über 70.000 US-$.[26]

Aber auch die Mun-Bewegung hatte der frisch gebackenen Senatorin Hillary Clinton etwas zu bieten: Sie durfte damals in der Mun gehörenden Washington Times, jede Woche eine persönliche Kolumne schreiben.[27]

Erinnert werden kann auch an den Einsatz der Mun-Organisation CAUSA für die „Contras“ in Nicaragua. Da der Kongress der Reagan-Administration die Hände gebunden hatte für die Unterstützung der Contras, bedeutete das Ausfüllen der so entstandenen Lücke durch Aktivitäten der Mun-Bewegung für Mun politischen Bedeutungs- und Einflussgewinn bei der Reagan-Administration.

Ford Greene berichtet, CAUSA habe Guerilla-Gruppen Tausende von Dollars, tonnenweise Lebensmittel, Medikamente und Kleidung gegeben. 1985 gründete die Moon-eigene Washington Times einen Privatfond für die Contras und verkündete, dass Bo Hi Pak, offizieller Herausgeber, $ 100.000 beisteuere, als einen Teil der Times - Bemühungen, 14 Millionen zusammenzubringen Der Herausgeber der Times erklärte: "Die Leute fragen, wie das Blatt sich das leisten kann, da es kein Geld bringt. Die Antwort heißt, dass unsere Eigner-Korporation (Moon-Organisation) gewillt ist, in Fällen bedeutender Anliegen der Moral außerordentliche Hilfen zu gewähren". [28]

                   5. Politische Institutionen als Unterstützer für Kulte

Weniger leicht erklärlich als die Beeinflussung einzelner Politiker ist die offizielle oder sogar amtliche Unterstützung von Regierungen und Behörden für Kulte und Sekten:

Sogar das sowjetische Außenministerium bemühte sich einmal um so einen Kult – um Peoples Temple in Guyana. Da die Regierung Guyanas das Treiben von Peoples Temple immer kritischer beäugte, nahm Jim Jones Kontakt mit der sowjetischen Botschaft auf, die tatsächlich einen Diplomaten nach Jonestown schickte und erklärte:

„Im Namen der sowjetischen Botschaft überbringe ich tief empfundene Grüße dieser ersten sozialistischen und kommunistischen Gemeinschaft der USA in Guyana und in der Welt.“[29]

Auch andere Amtspersonen haben sich in offizieller Eigenschaft engagiert.

Im November 1996 schrieb Bill Clinton, damals seit drei Jahren Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, einen „Exklusiv-Artikel“ eigens für das Scientology- Magazin „Freedom". Clinton ließ den Artikel danach auch „exclusiv“ für „Freiheit", die Schweizer Scientology-Zeitschrift, in „Ethique et Liberté" und schließlich der deutschen Ausgabe der Scientology-Propaganda-Zeitschrift (Ausgabe: "Zeit zu entscheiden", S. 48 f.) unter dem Titel „Was wir gegen das Drogenproblem tun können" erscheinen.

Seine Frau Hillary Clinton, heute Außenministerin der USA, begrüßte in ihrer Zeit als “First Lady” 1996 Mitglieder der Scientology-Front-Group Hands of Hope im Weißen Haus, und erhielt im Gegenzug einen Quilt [30] mit einem Hubbard-Zitat. In der Presse wurde der Vorgang später als Clearwatergate apostrophiert.

1997 traf sich Clintons "Nationaler Sicherheitsberater" Sandy Berger mit dem Filmschauspieler John Travolta und anderen Scientologen, um mit ihnen die Haltung der deutschen Regierung gegenüber Scientology zu besprechen.

Nach einem Bericht des "George"-Magazins 3/1998 traf sich Präsident Clinton sogar persönlich mit dem Scientologen John Travolta.. Clinton lobte das "erzieherische" Material des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard: "Ihr Programm hört sich großartig an" und "Ich möchte Ihnen wirklich helfen mit ihrem Problem drüben in Deutschland in Bezug auf Scientology" sagte Clinton dem Bericht von "George" zufolge.[31]

Als offizieller Grund wurde angegeben, Clinton habe als Student einen sympathischen Zimmergenossen gehabt, der Scientologe gewesen war.

Knight-Rider /Tribune Nachrichten Dienste berichteten am 21. rz 1997, dass Präsident Clinton auf Bitten des Scientologen Tom Cruise hin seine gerade neu ernannte Außenministerin Madeleine Albright anwies, über die von Scientology behauptete religiöse Verfolgung in Deutschland Gespräche mit dem damaligen deutschen Außenminister Kinkel aufzunehmen.

In einem Brief vom 22. Dezember 1999 mit "warmen Grüßen" zum Neuen Jahr 2000 drückte Clinton seinen Dank aus gegenüber den Scientologen "für all ihre Anstrengungen, Religionsfreiheit zu fördern und rechtschaffene Gemeinschaften aufzubauen, die vereint sind in Verständnis, Mitgefühl und gegenseitigem Respekt."

Gravierender - nämlich mehr als Worte - war das Eingreifen der US-Administration für Scientology im Ausland:

Ende 1998 sponserte das US-Außenministerium ein Konzert des Jazz-Pianisten Chick Corea in Berlin, weil dieser wegen „Religiöser Diskriminierung“ in Deutschland angeblich nicht auftreten dürfe[32]; so wurde dies auch im Scientology-Magazin Freedom dargestellt. [33]. Die tatsächlichen Hintergründe ergeben sich aus dem Urteil eines deutschen Verwaltungsgerichts vom Oktober 1996[34].

Bis in welch detaillierten Kram die administrative Unterstützung der Kulte durch Regierungen gehen kann, zeigte nicht nur der Ratschlag des Sprechers des US-State Departments an die Deutschen, sich unbedingt den Film „Mission impossible“ anzusehen, [35] sondern auch eine Intervention des US-Generalkonsulats in Hamburg zu Gunsten der Hamburger Scientology-Organisation. Es ging um die Umbaugenehmigung des Hamburger städtischen Bauamts für die Einrichtung des neuen Hamburger Scientology-Zentrums, u.a. um die Zahl der Toiletten und Duschen. [36]

In Griechenland griff der US-Geheimdienst CIA Anfang der neunziger Jahre zugunsten von Scientology ein. So konnte der scientologische Geheimdienst melden: „Die Gute Neuigkeit ist, dass durch die Intervention des CIA die Abteilung für Neue Religiöse Bewegungen des griechischen Nachrichtendienstes geschlossen wurde und die Mitarbeiter gefeuert wurde!!“ [37] Mehr über die damalige Situation in Griechenland findet sich heute im Internet. [38]

Bemerkenswert war auch die Lobby-Tätigkeit der US-amerikanischen Steuerbehörde für Scientology. Nachdem sie den Scientologen vollständige Steuerbefreiung gewährt hatte, verschickte IRS, also die staatliche US-Steuerbehörde, im August 1994 einen Brief, in dem über die Steuerbefreiung informiert wurde, sowie eine Werbeschrift „Description of the Scientology Religion“ an europäische Politiker. Auch die damalige Bundesministerin für Frauen und Jugend, Dr. Angela Merkel gehörte zu den Empfängern. [39]

Der Kampf der „Scientology-Organisation“ um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit in den USA hat weitere Auswirkungen auf Deutschland und Europa. [40]

Wie der französische Journalist Bruno Foucherau dargestellt hat[41], beschäftigen sich in den USA inzwischen eine ganze Reihe von Regierungskommissionen mit der Durchsetzung des US-Konzepts von „Religionsfreiheit“ und der Lobbytätigkeit für Organisationen aus den USA in der Welt. Nachdem der US-Kongress 1998 ein neues Gesetz zur Religionsfreiheit in der Welt verabschiedete, richtete das dem US-Außenministerium angegliederte "Bureau for Democracy, Human Rights and Labor" BDHRL eine neue Abteilung ein: das "Office of International Religious Freedom". [42]

„Mit einem bevollmächtigten Botschafter an der Spitze, dem fünf Beamte des Außenministeriums zugeordnet sind, besitzt der neue Ausschuss in allen US-Botschaften einen Vertreter. Zum ersten Chef der Behörde wurde Robert A. Seiple ernannt, ein Ex-Marine, dessen Lieblingsspruch lautet: ‚Die individuellen Freiheitsrechte sind allgemein gültig, weil sie eine Gabe Gottes sind’.“[43]

                        In Spanien sollte am 1. Juni 1999 der Prozeß gegen 18 Führer von Scientology beginnen, darunter den amerikanischen SO-"Präsidenten" Heber Jentzsch. 1988 waren er und 68 weitere Scientologen vorübergehend in Spanien verhaftet worden; Scientology mußte eine Million Dollar Kautionen zahlen. Die Staatsanwaltschaft fordert für Jentzsch 30 Jahre Haft.[44]

                        Ein „durchgesickertes“ Telex beweist, das das US-Außenministerium mit Scientology zusammengearbeitet hat, um Scientology-„Präsidenten“ Heber Jentzsch und andere Scientologen vor einem Strafprozeß in Spanien zu schützen. [45] Empfänger der Spanientelexe war den Unterlagen zufolge auch Sonderbotschafter Robert A. Seiple, „Ambassador-at-Large for International Religious Freedom[46]

„Sie reden von Gott und meinen Kattun“

Zu fragen ist, welche Motive diese Unterstützung der praktischen Politik für Sekten und Kulte hat. Dass diese Unterstützung den Organisationen nützt, ist offensichtlich. Über die Folgen dieser Aktivitäten für das Ansehen der USA gibt es auch in den Vereinigten Staaten selbst eine kritische Diskussion.[47]

Machen die USA nun wegen der oder für die Organisationen antieuropäische Politik oder benutzen die USA solche Organisationen und Kulte nur als Vorwand und Mittel für Interventionen?

Im angeführten Artikel von Foucherau (vgl. Anm. 41) wird eine private, der US-Administration nahe stehende Einrichtung erwähnt, das "Institute on Religion and Democracy"(IRD). IRD-Präsidentin Diane L. Knippers bekennt, worum es ihr bei der weltweiten Durchsetzung der US-Religionspolitik geht: „Spiritualität ist ein Garant der Zivilisation, denn Spiritualität und Glauben bringen ehrliche Menschen hervor. Ohne Ehrlichkeit kein Handel, und ohne Handel keine Zivilisation."

Also Spiritualität als Mittel zur Globalisierung der Märkte. Ich fühle mich unwillkürlich an den Roman „Der Stechlin“ des französischstämmigen Berliner Schriftstellers Theodor Fontane erinnert. Da heißt es in einem Gespräch:

„Ein Kardinal, der freilich auch noch Gourmand war, soll mal gesagt haben: ‚Schreckliches Volk; hundert Sekten und bloß eine Sauce.’… ‚Sie sind drüben schrecklich runtergekommen, weil der Kult vor dem Goldenen Kalbe beständig wächst; lauter Jobber und die vornehme Welt obenan. Und dabei so heuchlerisch; sie sagen ›Christus‹ und meinen Kattun’.“[48]

 

                   6. Überlegungen eines politischen Laien zu Kulten und totalitären Sekten als politisches und gesellschaftliches Problem

  • Viele Politiker in Europa sind bereit, die schädlichen Auswirkungen von Kulten auf betroffene Einzelne zu sehen (Jugendgefährdung, Gesundheitsgefährdung usw.).
  • Dennoch sind Politiker nicht generell kritisch gegenüber den Kulten, sondern bereit, sie in verschiedener Hinsicht nicht nur zu dulden, sondern auch zu unterstützen. Jedoch werden die sonstigen sozialen und kulturellen Probleme, vor allem aber die politischen Implikationen, nicht gesehen.
  • Und dies, obwohl die Organisationen ausgesprochen politisch wirksam sind (Mun, Scientology, LaRouche) und obwohl LaRouche und Scientology sogar eigene Nachrichtendienste haben, Mun wichtige eigene Zeitungen und mit UPI eine weltweit tätige Nachrichtenagentur unterhält.

Die aggressive Lobby-Tätigkeit der Kult-Organisationen und ihrer Unterstützer richtet sich gegen das europäische Konzept von Menschenrechten und Menschenwürde und die damit verbundene Errungenschaft der institutionellen Trennung von Politik und Religion bzw. Politik und Ideologie in unseren Ländern.

Diese Trennung bedeutet: Weder darf die Religion sich staatliche, politische Funktionen anmaßen, noch darf sich der Staat als Heilsvermittler aufspielen. Der Staat ist nach europäischer Auffassung und Erfahrung nicht dazu berufen und nicht dazu geeignet, die Menschen zu erlösen; auch nicht durch die Spiritualität der globalen Märkte.

Diese Trennung von Politik und Religion, von Politik und Ideologie wollen die Kult-Organisationen und ihre Unterstützer aufheben. Dabei sind sie teils selbst ideologiegesteuert, teils zynisch, weil sie ideologisierte Menschen für die Durchsetzung ihrer politischen Ziele benötigen.

Was die Kulte interessant für die Benutzung für politische Operationen von der Desinformation bis zu praktischen Aktionen macht ist ihre Eignung für offene und verdeckte politische Operationen.

  1. Kulte und Sekten werden nicht ernst genommen, werden belächelt; Kritik an den Organisationen kann als überzogen, hysterisch oder „abwegig“ , sogar als verschwörungsgläubig abqualifiziert werden;
  2. dadurch wird die direkte Zielsetzung verdeckt;
  3. verdeckte Vorgehensweise ermöglicht Unterwanderung von Bürgergruppen und sogar staatlichen Stellen.
  4. Die Organisationen betreiben interessante Netzwerke auch in die Wissenschaft hinein und für Wissenschaftler.
  5. Weltweite detaillierte personenbezogene Datensammlungen ermöglichen die Tätigkeit als „private“ Nachrichtendienste.
  6. Besondere Visabestimmungen für religiöse Funktionäre erleichtern weltweites Agieren.
  7. Internationale Vernetzung erlaubt kaum aufklärbare finanzielle Transaktionen.

                   7. Was tun?

Kulte sind ein politisches Problem.

Sie müssen wegen ihrer politischen Wirksamkeit von den politisch Verantwortlichen und von der Zivilgesellschaft ernst genommen werden. Staatliche Stellen argumentieren, darauf angesprochen, stets, dass sie auf Grund ihrer Neutralitätspflicht nichts gegen die Kulte unternehmen könnten. Ihre Neutralitätspflicht sollte sie wenigstens dazu zwingen, auch nichts für die Kulte zu unternehmen.

Es gibt mehrere gut belegte Fälle der Zusammenarbeit von Kulten mit Politikern und politischen Institutionen. – egal ob in gutem Glauben bzw. naiv oder auf Grund von absichtlicher, z.T. verdeckter gegenseitiger Unterstützung.

Deshalb ist generelles politisches Misstrauen gegenüber Kulten durchaus angebracht. Die Organisationen und ihre Vorstellungen und Ideologien müssen deshalb öffentlich diskutiert werden.

Betroffene müssen gehört und unterstützt werden. Es geht dabei aber nicht nur um den Missbrauch von jungen Menschen, sondern es muss auch die Frage gestellt werden, wofür sie denn missbraucht werden. Nicht nur Jugendschutz- sondern auch Sicherheitsbehörden müssen sich daher mit den Organisationen befassen.[49]

I. Ich fordere die FECRIS auf, sich bei den europäischen Institutionen einzusetzen für

  • ein europaweites Verbot des scientologischen Security Checks[50];
  • ein europaweites Verbot der Datenübermittlung von Wissensberichten an das „Religious Technology Center“ der Scientologen in den USA und die Sperrung der entsprechenden Internet-Seiten[51];
  • ein europaweites Verbot des scientologischen Introspection Rundowns[52], einer Form von Isolationsfolter.

II. Wegen der immer wieder möglichen Erfolge der Lobby-Arbeit von Kulten bei Politikern, staatlichen Stellen, in der Wissenschaft und da und dort auch in den Kirchen ist es erforderlich, dass die FECRIS und die Initiativen von Betroffenen als eigenständige Kraft an der politischen Meinungsbildung in unseren Gesellschaften teilnehmen.

III. Zugleich bitte ich die FECRIS, die Initiativen und Betroffenen, dass sie mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement in großer kritischer Solidarität diejenigen Politiker, Institutionen einschließlich Kirchen, staatliche Stellen, Journalisten, Staatsanwälte und Richter unterstützen, die den Mut haben, sich in Bezug auf Kulte gegen den Trend der Gleichgültigkeit, der Verharmlosung und der Kollaboration zu stellen.

 

Pfr. Thomas Gandow Heimat 27

D-14165 Berlin- Zehlendorf

Fon: +49 (0) 30-815 70 40 Fax: +49 (0) 30-84 50 96 40

email: pfarrer.gandow@berlin.de Internet: http://www.ekbo.sekteninformation.de

 



[1]   Die Stellungnahme des Ministers Horst Winterstein erschien im Sozialdemokratischen Pressedienst vom 20. März 1986, hier zitiert nach: Helmut Lorscheid und Leo A. Müller: Deckname Schiller Seite 187 http://www.agpf.de/Lorscheid+Mueller-LaRouche-Teil2.htm)

[3]   Ausschnitt aus der Anfrage:

    „ 2. Welche Informationen liegen der Bundesregierung hinsichtlich der vorstehend erwähnten Organisationen jeweils vor, vor allem bezüglich des „Schiller- Instituts“ und der „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ (BüSo),

    a) wonach diese vor allem junge Menschen psychisch zu unterwerfen und abhängig zu machen trachten,

    b) wonach deren Mitarbeiter dort tätige junge Menschen gezielt angehalten haben sollen, Kontakte zu Eltern und Verwandten abzubrechen,

    c) wie diese neue Mitglieder rekrutieren und schulen,

    d) über deren Finanzquellen und -gebaren,

    e) über deren sicherheitsrelevante Kontakte in Kreise der (Nuklear-)Energieforschung und -Versorgungsunternehmen.

    Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.“

    Quelle: und vollständiger Text der Anfrage: Deutscher Bundestag Drucksache 16/5548 16. Wahlperiode 06. 06. 2007 http://dip.bundestag.de/btd/16/055/1605548.pdf

[6] http://en.wikipedia.org/wiki/Fraser_Committee#Criticisms_of_the_.22Moon_Organization.22 zählt folgende Punkte auf:

·          "The UC and numerous other religious and secular organizations headed by Sun Myung Moon constitute essentially one international organization."

·          "The Moon Organization attempts to achieve goals outlined by Sun Myung Moon, who has substantial control over the economic, political, and spiritual activities undertaken by the organization in pursuit of those goals."

·          "Among the goals of the Moon Organization is the establishment of a worldwide government in which the separation of church and state would be abolished and which would be governed by Moon and his followers."

·          "In pursuit of this and other goals, the Moon Organization has attempted, with varying degrees of success, to gain control over or establish business and other secular institutions in the United States and elsewhere, and has engaged in political activities in the United States. Some of these activities were undertaken to benefit the ROK Government or otherwise to influence U.S. foreign policy."

·          "While pursuing its own goals, the Moon Organization promoted the interests of the ROK Government, and at times did so in cooperation with, or at the direction of, ROK agencies and officials."

·          "The Moon Organization established the KCFF ostensibly as a nonprofit foundation to promote Korean-American relations, but used the KCFF to promote its own political and economic interests and those of the ROK Government."

·          "The Moon Organization extensively used the names of Senators, Congressmen, U.S. Presidents, and other prominent Americans to raise funds and to create political influence for itself and the ROK Government."

·          "A Moon Organization business is an important defense contractor in Korea. It is involved in the production of M-16 rifles, antiaircraft guns, and other weapons."

·          "Moon Organization agents attempted to obtain permission from an American corporation to export M-16's manufactured in Korea. The M-16's are manufactured under a coproduction 388 agreement approved by the U.S. Government, which puts M-16 production under the exclusive control of the Korean Government. Despite this, Moon Organization representative appeared-apparently on behalf of the Korean Government--to negotiate an extension of the agreement."

·          "The Moon Organization attempted to obtain a controlling interest in the Diplomat National Bank by disguising the source of funds used to purchase stock in the names of UC members."

·          "The Moon Organization used church and other tax-exempt components in support of its political and economic activities."

·          "Although many of the goals and activities of the Moon Organization were legitimate and lawful, there was evidence that it had systematically violated U.S. tax, immigration, banking, currency, and Foreign Agents Registration Act laws, as well as State and local laws relating to charity fraud, and that these violations were related to the organization's overall goals of gaining temporal power."

[7]  Serge Faubert. Une Secte au Coeur de la République 1991 (Eine Sekte im Herzen der Republik)

[8]   “We also have to restore Senators. So Master will assign three young ladies to each Senator. The Senators are archangels, so restoration will have to be done through Eve. So we need three-hundred young ladies. To restore the Senators you first must make the aides your friends, particularly secretaries. Do you understand that? They do not know what the future will be. So if you know the Divine Principle and can communicate it well, he will give you directions how to do it in the future. So we need many young ladies. After we restore the Senators, those ladies will be sent overseas. By doing this you can save Americahttp://www.tparents.org/Moon-Talks/sunmyungmoon71/SM711229.htm

[9]   „Also Master needs many good looking girls -- 300. He will assign three girls to one senator -- that means we need 300. Let them have a good relationship with them. One is for the election, one is to be the diplomat, one is for the party. If our girls are superior to senators in many ways, then they will just be taken by our members.”
http://www.tparents.org/Moon-Talks/sunmyungmoon73/SM730507a.htm

[12]  Faksimile des Briefes an das US-Außenministerium: http://www.ingo-heinemann.de/Tom-Cruise-to-US-Dept-of-State-31MAY2003.pdf

[17]  Auszug aus: „Eine besondere Botschaft für das Zeitalter“:
Alle von Ihnen Präsidenten und vornehmen Gästen sind berühmt, aber es gibt etwas, das sie nicht wissen. Sie wissen nämlich nicht, was einen Mann zum Manne macht und ein Weib zum Weib. Die Antwort ist: Die Geschlechtsorgane. …
Sehr geehrte Damen und Herren, haben sie Liebe? Haben sie Leben? Haben sie Sperma und Eier? Haben Sie ein Gewissen? ... Wenn Sie Ihren Darm entleeren, tragen Sie eine Gasmaske? Das ist nichts zum Lachen, es ist eine ernste Sache. Wenn ein Anderer seinen Darm entleert, rücken Sie schnell ziemlich weit weg. Wenn Sie aber Ihre eigenen Faeces riechen, merken Sie es nicht einmal. Das kommt davon, dass Ihre Faeces eins sind mit Ihrem Körper. Infolgedessen empfinden Sie sie nicht als schmutzig. Als Sie jung waren, haben Sie je Ihren getrockneten Nasenrotz gegessen? Schmeckt er süß oder salzig? Er ist salzig, nicht wahr? Wenn sie antworten können, müssen sie es auch gekostet haben! Warum empfanden Sie ihn nicht als schmutzig? Weil er ein Teil Ihres Körpers war. Reverend Mun hat etwas herausgefunden, das niemand in der Welt wusste. Wenn Sie Schleim hochhusten, schlucken Sie manchmal Ihren Schleim, nicht wahr? ... Warum empfinden Sie ihn nicht als schmutzig? Weil der Schleim eins ist mit Ihrem Körper.“ Dokumentiert und kommentiert hier: http://www.religio.de/dialog/197/197s30.html#mu1a ; Bushs Redebeitrag liegt uns nicht vor.

[19] Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa – http://ww.osce.org/odihr/

[20] Ständiger interministerieller Ausschuss zur Überwachung und Bekämpfung von gefährlichen
  Entwicklungen bei Sekten – MIVILUDES - Bericht an den Premierminister 2007, S. 116-139

[22] Vgl. Anmerkung

[23] J.F. Boyer: L'Empire Moon

[24] LeMonde, 2/8/92

[25] Quick 25.1.90: REPUBLIKANER : Schönhubers persönliche Referentin stammt aus dem Sekten-Milieu. Sie war die Nummer zwei des politischen Ablegers der Mun-Bewegung: Schönhubers seltsame Vertraute ; dokumentiert unter http://www.agpf.de/moon3.htm

[26] „Eine Reihe von Schauspielern, ausnahmslos Scientology-Mitglieder, spendierten Hillary Clinton für ihren Senatswahlkampf [im Jahr 2000 – TG] über 70 000 Dollar, Tom Cruise überreichte Albert Gore 5 000 Dollar, und John Travolta veranstaltete gemeinsam mit anderen Scientologen ein Gala-Diner zugunsten der Demokratischen Partei - Eintrittspreis: 25 000 Dollar. Ein Rechtsanwalt der Scientologen schließlich spendete für den damaligen demokratischen Wahlkampf 20 000 Dollar.“
 http://www.monde-diplomatique.de/pm/2001/05/11/a0002.text.name,askruYnMG.n,12

[28] Zitat und Gesamtvorgang bei Ford Greene: Ein Überblick über Reverend Moons Einfluss in Mittelamerika: Die Vereinigungskirche, die World Anti-Communist-League, CAUSA und John Singlaub http://www.agpf.de/Moon-Greene1987.htm#II.A.3.

[30] http://home.snafu.de/tilman/quilt.txt

[31]  Travolta war erfreut und überrascht über Clinton. "He said he wanted to help me with the Scientology situation in Germany." TIME 22.9.1997

[32] Berliner Morgenpost, 23.11.1998

[34] Das Bundesland Baden-Württemberg hatte erklärt: "Die Regierung von Baden-Württemberg respektiert den religiösen Glauben von Herrn C. bzw. von jedem anderen. Herr C. kann natürlich, wo immer er will, Konzerte geben. Die Regierung wird Herrn C. für ein Konzert nicht engagieren. Die Regierung ist überzeugt, dass Scientology keine religiöse Gemeinschaft, sondern eine Sekte ist, die hauptsächlich kommerzielle Interessen hat." http://home.snafu.de/tilman/krasel/germany/vgh1096.html

[35] “I understand that there are some groups calling for a boycott of 'Mission: Impossible' starring Tom Cruise, because Tom Cruise apparently is affiliated with this religion,' State Department spokesman Nicholas Burns said. 'And my only advice would be to German citizens, you ought to watch the film, it's a very good film,' Burns said.
Burns said the State Department had expressed 'our unhappiness over the treatment of Scientologists in Germany' in its last three annual human rights reports and more recently in a letter to members of Congress." http://www.hri.org/news/usa/std/1996/96-08-09.std.html

[36] Focus 52/1999: „Scientology - Großer Bruder hilft : Das US-Außenministerium interveniert im Streit zwischen der Sekte und dem Hamburger Bauamt

       Jeder Hauseigentümer kennt das: Bauliche Veränderungen eines Gebäudes sind genehmigungspflichtig. Die neuen Nutzer eines Bürohauses in der Hamburger Domstraße 9, unweit des Rathauses, wussten davon offenbar nichts. …

       Bleibt für die Psycho-Sekte ein eigentlich kleines Problem - die Genehmigung der Umbauten. Da beim zuständigen Bauprüfamt Hamburg-Mitte kein Antrag eingereicht worden war, besuchte eine Mitarbeiterin des Amts die Scientology-Zentrale, um sich einen Überblick über die Baumaßnahmen zu verschaffen, und dem Scientology-Verein eine Frist zu nennen, die nötigen Papiere vorzulegen.

       Die Sekte reagierte prompt. Nur 48 Stunden nach dem Besuch meldet sich Michael Budig bei der Scientology-Beauftragten des Hamburger Senats, Ursula Caberta, um sich über den Konflikt zu informieren. Budig hat nichts mit der Sekte zu tun, er arbeitet als Referent für Politik und Wirtschaft im amerikanischen Generalkonsulat in Hamburg. Die diplomatische Vertretung sei vom State Department in Washington angewiesen worden, sich um diesen Fall zu kümmern.

       Ein erstaunlicher Vorgang. Da hat ein deutscher Verein, die Scientology Kirche Hamburg e. V., Ärger mit einem örtlichen Bauamt, und es schaltet sich das amerikanische Außenministerium ein. Das Konsulat erklärt ausweichend, man sei der Verpflichtung nachgekommen, sich bei Problemen von US-Bürgern zu erkundigen. Allerdings hatte sich, so Budig zu Caberta, neben dem State Department nur die Präsidentin von Scientology Hamburg, Gisela Hackenjos, an ihn gewandt. Und die verfügt auch nach Kenntnis von Budig nicht über einen amerikanischen Pass. Inzwischen hat die Senatskanzlei in einem Brief an den Generalkonsul auf die deutsche Rechtslage hingewiesen. ….
Axel Kintzinger http://www.focus.de/politik/deutschland/scientology-grosser-bruder-hilft_aid_179690.html

[37] Siehe folgendes Faksimile

     

[39] Faksimile des Briefes an Frau Dr. Merkel: http://www.solitarytrees.net/cowen/essays/irsletter.html

[44] 6.2.1999 ElPaís

[47] z.B. Marci Hamilton: Why the U.S.'s International Religious Freedom Commission Is Harming Its Status In the World Community, 30.1.2003, http://writ.news.findlaw.com/hamilton/20030130.html

[48] Das Gespräch bezieht sich im Roman allerdings auf England, nicht auf die USA. „Der Stechlin“ von Theodor Fontane, 23. Kapitel.

[49] Es sei denn, sie sind selbst Kooperationen willentlich eingegangen. In diesem Zusammenhang könnte auch argumentiert werden, überindividuelle , z.b. nationale Interessen („Nationale Sicherheit“) würden die Zusammenarbeit mit Kulten gebieten und dies könne dazu führen, dass Einzelschicksale z.B. von jungen Menschen zurückstehen müssten. Ich halte das für zynisch. Welche nationalen oder europäischen Interessen könnten die Kollaboration mit menschenfeindlichen, ausländischen Lobbygruppen wie Scientology oder der LaRouche-Bewegung rechtfertigen?