Barbro Westerholm (Schweden)

Mitglied des Parlaments

 

Was tut die schwedische Gesellschaft, um manipulative Gruppen daran zu hindern, Leuten zu schaden [1]

 

Warum ist das eine wichtige Frage?

         Patienten erhalten keine professionelle Hilfe (Symptome: Angst, Schuldgefühle, Selbstmordgedanken, psychotische Reaktionen), wenn sie eine manipulative Gruppe verlassen

         Wirtschaftliche Probleme

         Bedrohung der Demokratie

 

Vorschläge von Parlamentariern 1986 -1990

         Kommerzielle Persönlichkeitskurse

         Rehabilitation von Personen, die persönlichkeitsverändernden Organisationen zum Opfer fielen

         Maßnahmen gegen Angebote von persönlichkeitsverändernden Kursen

         Psychologische Hilfe für jene, die „Sekten“ verlassen

         Zusätze zum Strafgesetz bezüglich ungebührenden psychischen Einflusses

 

Der Vorschlag an das Parlament 1994/95

         Die Notwendigkeit einer parlamentarischen Untersuchung mit dem Ziel, Vorschläge für Gesetzgebung, unterstützende Aktionen, Forschung und Verbreitung von Wissen für diese vergessene und verborgene Gruppe zu erstellen, die des wichtigsten Menschenrechts beraubt wurde: des Rechts auf ihren eigenen freien Willen. Die Untersuchung sollte auch Vorschläge machen, um zu verhindern, dass Menschen in solche kritischen Zustände gelangen.

 

In Good Faith 1998 [In Gutem Glauben]

         Der Beginn

         Die Erklärung der UNO über Menschenrechte

         Meinungs- und Redefreiheit

         Freiheit, seine eigene Religion auszuüben

         Freiheit, Religion oder Glauben zu ändern

 

Vorschläge auf Grund der Untersuchung betreffend eine Unterstützung durch die Gesellschaft von Menschen, die sich infolge besonderer Umstände in Krisen befinden

         Errichtung eines Expertenzentrums bezüglich Lebenskonzepte und Glaubensfragen

         Das Zentrum sollte für die Ausbildung von Fachleuten bezüglich manipulativer Organisationen verantwortlich sein

         Ergänzungen des Strafgesetzes bezüglich ungebührlichen Einflusses auf Menschen


Besondere Beachtung von Kindern

         Untersuchungen mit besonderer Aufmerksamkeit auf die Situation von Kindern in New Age-Bewegungen

         Ratschläge und Anleitungen für Personal, das mit Kindern in Kindergärten, Schulen, Gesundheitspflege und sozialer Wohlfahrt arbeitet, sollten Informationen über New Age- Bewegungen einbeziehen

         Lehrpläne für Studenten in der Ausbildung zum Lehrer oder Sozialarbeiter sollten Fragen über religiöse Minderheiten und ebenfalls Informationen über New Age- Bewegungen einbeziehen

         Dasselbe soll für Weiterbildungskurse gelten

         Zur Verantwortlichkeit der der Sozialen Wohlfahrt gehört es, Kenntnisse über Organisationen zu erlangen, die körperliche Bestrafung oder andere Aktivitäten befürworten, die den Gesetzen und den Regeln der Sozialen Wohlfahrt widersprechen

         Die Regeln für Freischulen und für deren Überwachung sollten überprüft werden.

         Die Gesundheitsvorsorge in Freischulen sollte ebenfalls überprüft werden, so dass sie den Standard der öffentlichen Schulen erreicht.

         Entwicklung von Ratschlägen und Anweisungen für verschiedene berufliche Gruppen in Schulen, bei sozialen Einrichtungen und in der Gesundheitspflege. Lehrpläne für Lehrer, Kindergartenpädagogen und Sozialarbeiter sollten Fragen über religiöse Minderheiten und ebenso weitere Ausbildung bezüglich kultureller Treffen enthalten, die von den Kommunen organisiert werden.

         Die Behörden der sozialen Wohlfahrt sollten Verantwortung und Interesse haben, Kenntnisse über Organisationen zu erlangen, die körperliche Bestrafung oder andere Aktivitäten befürworten, die den Gesetzen und den Regeln der Sozialen Wohlfahrt widersprechen.

         Es gibt Mängel in der Gesetzgebung für Freischulen, welche zu kontrollieren die Behörden eine Verantwortung haben sollten.

         Die Verantwortlichkeit der Behörden bei der Supervision von Freischulen sollte überprüft werden.

         Die Qualität der Gesundheitsvorsorge an den Freischulen sollte überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie dieselbe Qualität wie an öffentlichen Schulen hat.

         De Behörden sollten genügend Kenntnisse über die Regeln der so genannten Heimschulung haben. Die Schüler sollten eine Kontaktperson haben.

 

Keine Vorschläge bezüglich der Behandlung und Rehabilitation von Abtrünnigen.

 

Was geschah seit 1998

         Die Ergebnisse der Untersuchung wurden einer Reihe von Behörden und Organisationen mitgeteilt

         Gefasste Beschlüsse

         Verwerfung des Vorschlags für Ergänzungen des Strafrechts – dies könnte mit den Menschenrechten in Konflikt geraten

         Bildung – kann mit dem bestehenden System erreicht werden

         Die Vorschläge bezüglich Freischulen wurden dem Bildungsministerium übertragen. Jetzt, 10 Jahre später, kommt Bewegung in die Angelegenheit.


Vorschläge von Parlamentsabgeordneten

         Schutz der Kinder                                                       15

         Psychiatrische Unterstützung für Erwachsene   5

         Aktionen gegen Betrug und Quacksalberei                  4

         Ergänzung des Strafrechts                                           4

         Expertenzentrum                                                         3

         Finanzielle Unterstützung/Besteuerung              3

 

Sechs Fragen und Debatten im Parlament

 

Die heutige Situation im schwedischen Parlament

         Vorschläge bezüglich der Situation der Kinder und der Quacksalberei wurden im Herbst 2007 gemacht und noch immer nicht behandelt

         Bezüglich der Freischulen erwarten wir einen Vorschlag der Regierung

 

Andere Aktivitäten
Rettet die Kinder

         2006 wurde beschlossen, dass die Organisation sich um die Wissensvermehrung über die Situation von Kindern in Sekten und religiösen Freischulen kümmern sollte

         2007 Veröffentlichung eines Buches

         Die Website enthält Information über Kinder in Sekten

 

Andere Aktivitäten (Beispiele)

         Die Schwedische Medizinische Gesellschaft – Symposium 2005

         Liberale Partei – Seminar 2007

         Der Beschluss der Liberalen Partei bezüglich des psychiatrischen Programms 2007 enthält die Errichtung eines Zentrums zur Hilfe für Opfer, die manipulative Organisationen verlassen haben

         Schriften von Studenten

         Bücher

         Mit dem Feuer spielen - in der Welt der Sekten (Karl-Erik Nylund)

         Sektenkinder (Charlotte Essén) erscheint im Mai 2008

         Medien – Artikel, Programme

 

NGOs – eine wichtige Stütze

         BRIS – Die Rechte der Kinder in der Gesellschaft

         FRI – Die Vereinigung Rette das Individuum

         Hjälpkällan – Die Hilfsquelle

         ROS – Sektenberatung

         Rettet die Kinder

 

Die Morde von Knutby 2004

         Knutby – eine Versammlung innerhalb der Philadephia-Bewegung [Pfingstbewegung]

         Ein Pastor überredete eine junge Frau, seine zweite Frau zu ermorden. Weitere drei Personen spielen bei den Ereignissen eine Rolle: Ein Nachbar, auf den geschossen wurde, die „Braut Christi” und die Frau des Nachbarn.

         Die erste Frau des Pastors starb unter seltsamen Umständen

 

Wir dachten, die Morde von Knutby würden Politiker und andere Entscheidungsträger alarmieren und mobilisieren.

Aber ....

 

Schlussfolgerung

         Insgesamt schließt die schwedische Gesellschaft vor der Tatsache die Augen, dass es hier Menschen gibt, die Hilfe benötigen, wenn sie manipulative Organisationen verlassen

         Kinder haben aber Priorität erhalten

         Es gibt treibende Kräfte, die nicht aufgeben und schließlich, dessen bin ich mir sicher, mit Erfolg die Ziele erreichen werden.



[1] Ursprünglich eine Powerpoint-Präsentation