Branka Dujmić-Delcourt (Kroatien)

 

Vorsitzende des Informationszentrums über Sekten und Kulte (CISK)[1]

 

Meine Verwicklung

 

Sehr geehrte Damen und Herren, ich danke Ihnen für die Gelegenheit, die Gründung der gemeinnützigen Vereinigung CISK (Informationszentrum über Sekten und Kulte) anzukündigen, die ich in Kroatien veranlasst habe. Es ist dies die erste Vereinigung in Kroatien, die versucht, die Öffentlichkeit und den Staat in Übereinstimmung mit der Europäischen Gesetzgebung zu mobilisieren. Ich selbst bin in Kroatien geboren und wohne seit 20 Jahren in Brüssel. Mein Beruf ist Klavierlehrerin.

 

Meine Mutter, jetzt 85 Jahre alt, war 17 Jahre lang eine sehr naive Anhängerin der Transzendentalen Meditation (TM) in Kroatien. Meine Schwester und ich selbst verdächtigen diese wenig sauberer Aktivitäten. Wir haben alles getan, um unsere Mutter dem Einfluss der TM zu entziehen. Seitdem haben der Leiter der TM, seine Anhänger und Sympathisanten – darunter ein Anwalt – ihr wahres Gesicht gezeigt, indem sie auf eine außerordentlich aggressive Weise mit einer überraschenden Entschiedenheit und einem ebensolchen Fanatismus agierten. Sie haben sich entschlossen, unsere ganze Familie in den Institutionen und Medien anzuschwärzen, unser Ansehen zu verunglimpfen und unser familiäres und berufliches Leben zu destabilisieren.

 

Trotz unserer Anstrengungen haben wir in Kroatien keine Behörde oder Organisation finden können, die uns helfen könnte. Ich habe jedoch zwei Wissenschaftler getroffen, die dieses Phänomen studieren: Dr. Mijo Nikić, Psychologe und Jesuit, und Dr. Josip Blažević, Franziskaner.

 

Ich habe mich insbesondere an CIGS in Brüssel gewandt, die mir den Weg zu C.I.A.O.S.N. in Brüssel und zu FECRIS geöffnet haben. Dank ihnen habe ich mit dem Anthropologischen Zentrum in Belgrad (CAS), mit der AGPF in Deutschland, mit Herrn Conny Larsson usw. Kontakt aufgenommen.

 

Dank der kroatischen Tageszeitung Novi List haben wir einige Artikel in der Presse und ein Interview mit Herrn Friedrich Griess, dem Vorsitzenden der FECRIS, gelesen. Wir haben auch am vergangenen 1. März einen „Runden Tisch“ organisiert, bei dem kroatische Sprecher (Dr. Berislav Pavišić, Professor für Strafrecht an der Universität Rijeka, zwei Psychiater – Dr. Roman Nikolić und Dr. Branko Petris, die Psychologin Sonja Klarić, der Pfarrer und Soziologe Ivan Grubišić und der schon erwähnte Dr. Mijo Nikić ) und auch Herr Friedrich Griess, der Vorsitzende der FECRIS, und Herr Henri-Pierre Debord von der MIVILUDES teilgenommen haben. Herr Zoran Luković, der Vorsitzende des CAS in Belgrad, gab der Zeitung Novi List ein langes Interview, in dem er die Sektensituation in Serbien vorstellte, die der unseren sehr ähnlich ist. Schließlich sind die Medien wie TV Kanal RI, NIT, TV Nova, HRT, RA G. Kotar, ebenso wie RTRS in Bosnien-Herzegovina, an der Sektenfrage sehr interessiert.

Zufolge meiner Untersuchungen in Kroatien, das 4,75 Millionen Einwohner zählt, gibt es etwa 80 sektiererische Gruppen verschiedener angeblicher Herkunft: religiös, esoterisch, satanistisch und andere. Nach dem Fall des Kommunismus, unter dem die Religion unterdrückt war, hat Kroatien zum anderen Extrem übergewechselt; die kroatische Regierung hat 2002 ein neues Gesetz zur Abstimmung gebracht, das die Ausübung von Religion erlaubt, aber das mögliche Vorhandensein schädlicher sektiererischer Gruppen missachtet. Zwischen 2002 und 2007 wurden 42 neue religiöse Gruppen registriert. Satanistische Gruppen wurden im Lande von Herrn Nebojša Buđanovac entdeckt, einem Soziapädagogen, der sich um problematische Jugendliche kümmert; er hat festgestellt, dass Selbstmordversuche von Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren durch diese Gruppen beeinflusst wurden.

CISK möchte auf transparente Art und in Übereinstimmung mit dem arbeiten, was in Europa geschieht. Wir bitten um Ihre Unterstützung für unsere Tätigkeit, sowohl die der FECRIS als auch des Europarats und der zuständigen Behörden der Europäischen Union. CISK möchte den kroatischen Staat für die Sektenprobleme sensibilisieren können. Ihre Unterstützung wird sicher dazu beitragen, unser Projekt glaubwürdig zu machen. Kann denn der kroatische Staat die Existenz der Entschließung des Europäischen Parlaments von 1996, die Existenz der FECRIS oder auch das Gesetzt About-Picard ignorieren? Die Aufgabe unserer Vereinigung ist es, über ein Bewusstwerden dieser Probleme in Kroatien zu wachen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Zusammenarbeit.

 



[1] Korrespondent von FECRIS, http://users.skynet.be/cisk/