Achille Aveta[1], (Italien)

Freiberuflicher Schriftsteller

 

Die theokratische Kriegsführung. Warum Zeugen Jehovas vor Gericht lügen.

 

The Theocratic War Doctrine: Why Jehovah’s Witnesses Lie in Court” ist der Titel einer 1998 erschienen Broschüre von Dr. Jerry Bergman[2], (erhältlich bei Witness Inc., P.O. Box 597, Clayton, CA 94517, USA). Dr. Bergmann schrieb: “Die Lehre, dass die Wahrheit nur denen gesagt werden solle, die das Recht haben, sie zu wissen, schließt alle Gegner und Kritiker des Wachtturm davon aus, da keiner von ihnen das Recht habe, die Wahrheit zu kennen (Watchtower, 1. Juni 1960, S. 352. Siehe auch 1. Februar 1956, S. 78). In der Antwort auf die Frage, wem gegenüber es in Ordnung sei, die theokratische Kriegsführung zu benutzen, stellt The Watchtower (15. April 1957, S. 256) speziell fest, dies sei jeder Feind von ‚Gottes Organisation’ oder der Wachtturmgesellschaft und jene, die ‚hassen was sie lehrt’ und die ‚andere davon abhalten wollen, [davon] zu lernen …’. Mit anderen Worten ist ein Zeuge berechtigt, die theokratische Kriegsführung gegen jeden zu benutzen, der das Werk des Wachtturms stört“.

 

In Bergmanns Broschüre lesen wir über den Richter Bouska von Kansas City, der als Teil eines Verfahrens vor seinem Gericht aus seiner Überprüfung einer Wachtturm-Broschüre mit dem Titel Preparing for Child Custody Cases[3] den Schluss zog, dass diese Broschüre „dazu entworfen wurde und die Zeugen Jehovas dazu anrege, einige ihrer wirklichen Glaubenswahrheiten zu verhehlen und das Gericht darüber in die Irre zu führen, was ihr Glaube und ihre Praktiken bezüglich Kinder seien“. (Ein Interview mit Richter Bouska auf einer DVD mit dem Titel “Battling Over the Children – Jehovah’s Witnesses and Child Custody Cases. Practical Guidelines for the Legal Profession”, kann von Witness Inc., P.O. Box 597, Clayton, CA 94517, USA, bezogen werden.)

 

Zum Zeugnis von Richter Bouska können wir einen Fall von einem italienischen Gericht hinzufügen, das zu derselben Schlussfolgerung kam wie der amerikanische Richter. Der Fall bezieht sich auf eine Zeugin Jehovas, die ihren Mann – einen Nicht-Zeugen - wegen Obszönitäten vor ihrem Sohn anklagte. Schließlich wurde der nicht den Zeugen angehörende Mann freigesprochen, aber es ist sehr interessant zu wissen, was das italienische Gericht über dieselbe Frage zu sagen hatte, zu der sich Richter Bouska äußerte.

 

Tatsächlich stellte die Erste Sektion des Gerichtshofs von Bari – mit der Aktenzahl 1407/99 Reg. Gen. vom 11. Dezember 2000, registriert vom Kanzleigericht am 5. Februar 2001 – fest:

“Eine andere Broschüre der Zeugen Jehovas – jene, die sich mit die Frage der Beziehung von Kindern mit ihrem ungläubigen Elternteil (also dem Nicht-Zeugen) befasst, der, im Falle einer Ehescheidung, schließlich keine Sorgerechte erhält – wurde zu einem Teil der Dokumentation der Anhörung … Die Broschüre enthält genaue und detaillierte Anweisungen, wie man wissenschaftlich vor einem Gericht lügen soll, um das Sorgerecht über die Kinder zu erhalten und das Besuchsrecht des Elternteils ohne Sorgerecht zu vereiteln. Das Risiko – von der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas offen gefürchtet – „ist, dass der ungläubige Elternteil das Kind mit Geschenken, Vergnügungen und dergleichen umschmeicheln und dadurch versuchen könnte, den Einfluss durch die vermittelte Erziehung in der Furcht vor Jehova zunichte zu machen“ (Zitat von Seite 28 der Broschüre)“[4].

 

Die Zeugin berief gegen dieses Urteil, der das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung des Erstgerichts,

                                 

Tatsächlich stellt das Berufungsgericht Bari, Sektion Familienstrafsachen, mit Urteil Nr. 483 Reg. Ins. 03, registriert vom Kanzleigericht am 3. Juli 2003 fest: „Der erste Richter hat eine lobenswerte und genaue kritische Überprüfung jedes einzelnen Elements durchgeführt, die für das Urteil notwendig war, und lieferte die Erklärung dafür mit breiter, genauer und überzeugender Motivierung“[5].

           

Schließlich gilt, was Dr. Bergmann sagt: “Zeugen Jehovas lügen nicht immer direkt, aber sie lügen oft gemäß der Definitionen des Gerichts, in dem sie nicht „die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ sagen, was bedeutet, dass das Gericht die ganze Geschichte und keine Halbwahrheiten benötigt. ».



[1] Achille Aveta ist auch Autor vieler Artikel und Bücher über die Zeuge Jehovas.

[2] Dr. Bergmans Forschung über mentale Gesundheit und Geschichte der Zeugen Jehovas hat zu zahlreichen Büchern, Artikeln, Buchartikeln, mehreren Vorträgen bei Fachkonferenzen und einer Master’s thesis an der Bowling Green State University in Ohio geführt. Als konzessionierte klinischer Fachberater ist er der führende amerikanische Experte bezüglich der Psychologie der Zeugen Jehovas, seine Erfahrung schließt die Arbeit mit fast 200 geisteskranken Zeugen Jehovas mit ein.

[3] Sich auf Sorgerechtsfälle vorbereiten

[4] Der italienische Originaltext lautet: La Sezione Prima del Tribunale di Bari (Italia) – con sentenza n°1407/99 Reg. Gen. dell’11 dicembre 2000, depositata in Cancelleria il 5 febbraio 2001 - osservava: «Altro libretto dei Testimoni di Geova – quello concernente la particolare ottica con la quale viene considerata e trattata tutta la questione dei rapporti dei figli con l’infedele genitore non affidatario nelle cause di separazione coniugale – risulta inserito nel fascicolo per il dibattimento … In quell’opuscolo si rilevano puntuali e dettagliate istruzioni su come mentire scientificamente in tribunale, allorché si tratti di ottenere l’affidamento di un figlio o di eludere il diritto di visita del coniuge non affidatario. In quanto il rischio – apertamente paventato dal Consiglio Direttivo di Geova – “è quello che il genitore non credente, magari lusingando il figliolo con doni, svaghi o quant’altro cerchi di annullare gli effetti dell’educazione impartita nel timore di Geova” (cfr. testualmente pag. 28 di tale opuscolo)».

 

[5] Der italienische Originaltext lautet: Con sentenza n°483 Reg. Ins. 03, depositata in Cancelleria il 3 luglio 2003, la Corte di Appello di Bari, Sezione Penale Famiglia, osservava: «il primo giudice ha fatto una mirabile opera di accurata disamina critica di ogni elemento utile ai fini del giudizio, dandone conto con ampia, accurata e convincente motivazione».