Knutby – eine Übersicht über die Entwicklung vor und nach dem Mord

 

Helena Löfgren, Verhaltensforscherin, Schweden

 

Knutby: eine Einführung

 

Am 10. Januar 2004 wurde die Frau des Pastors der Pfingstgemeinde in einer kleinen Stadt namens Knutby im Zentrum Schwedens getötet und ein Mitglied der Gemeinde durch einen Schuss schwer verletzt. Erst vor einigen Jahren war die erste junge Frau des Pastors unter mysteriösen Umständen gestorben. Diesmal gestand das Kindermädchen der Familie, Sara Svensson, den Mord und den Mordversuch. Schließlich stellte sich heraus, dass der Pastor eine Freundin hatte, die Frau jenes Mannes, der bei dem Mordversuch verwundet worden war. Sie gestand der Gemeinde die Liebesbeziehung, die ihn als ‚die Schlange im Paradies’ verurteilte.

 

Einige Monate später wurde das Kindermädchen wegen Mordes und Mordversuches verurteilt. Der Pastor wurde wegen ihrer systematischen Manipulation wegen Anstiftung zum Mord und zum Mordversuch verurteilt.

 

 

Als die Tragödie offenbar wurde, war ich nicht überrascht. Ich sprach mit ehemaligen Mitgliedern, Angehörigen von Mitgliedern und der Polizei. Ich war bei den beiden Gerichtsverfahren zu diesem Fall anwesend. Ich verfasste auch zahlreiche Kommentare in den schwedischen Medien. Ich traf persönlich einige der Pastoren in Knutby und sprach mit der „Braut Christi“ – einer der Leiterinnen der Gemeinde in Knutby. – Ich habe einen Bachelor of Arts, mit Psychologie als Hauptfach. Aber als Wichtigstes habe ich meine persönliche Erfahrung mit einem manipulativen Kult, den Moonies. Zu Beginn der Neunzigerjahre war ich dort Mitglied. Diese Erfahrung ließ mich erkennen, dass ich es gewesen hätte sein können, die geschossen hätte.

 

Seitdem habe ich mit mehreren ehemaligen Kultmitgliedern gesprochen. Ich glaube, es war die systematische Manipulation, welche die Mitglieder ihrer Identität und ihre geistigen Freiheit beraubte, die den Mord in Knutby verursachte.

Die Braut Christi

 

Åsa Waldau, oder die ‘Braut Christi,’ ist weiterhin die informelle Leiterin der Gemeinde in Knutby. Sie beschrieb ihre Kindheit als schwierig. Ihre Eltern wurden geschieden, als sie ein Teenager war. In demselben Jahr fand sie ‚Erlösung’. Ihr Großvater war eine prominente Gestalt in der schwedischen Pfingstbewegung, aber ihre Mutter mochte die Bewegung nicht. Es gab daheim Spannungen und Åsa wurde schließlich in ein Internat geschickt. Sie begann, mit anderen Jugendlichen für die Pfingstbewegung zu arbeiten. 1990 wurde sie in der Bewegung in der Universitätsstadt Uppsala nördlich von Stockholm als Kinderbetreuerin rekrutiert.

 

Åsa war bereits verheiratet und 25 Jahre alt, als sie einen jungen Mann (erst 15!) kennen lernte, der ihr zweiter Mann werden sollte – Patrik Waldau. Infolge des Skandals der Scheidung fanden die Leiter eine Gelegenheit, ihr zu sagen, dass sie nicht länger erwünscht sei.

 

Sie hatte Ambitionen entwickelt, die totalen Gehorsam forderten, sie behauptete, Gottes Willen zu kennen und selbst fehlerlos zu sein. Sie hatte das Bedürfnis zu dominieren und zeigte keine Achtung vor der Integrität und den Grenzen anderer Leute. Sie trennte Kinder von ihren Eltern und sie mischte sich in die Beziehungen anderer Leute ein. Sie bildete kleine Gruppen von jungen Leuten, die sie bewunderten. Nach ihrer Scheidung 1992 übersiedelte sie mit ihrem neuen Freund in das Haus seiner Eltern in Knutby und landete im dortigen Zentrum der Pfingstbewegung. Die Familie Waldau unterstützte die Gemeinde finanziell und ihr Haus war das Zentrum des Lebens der Gemeinde. Der Vater, Per-Arne, verteidigte Åsa stets, wenn sie kritisiert wurde.

 

Knutby ist eine kleine Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern. Die Gemeinde war Teil der Pfingstbewegung. 1999, vor dem Tod der ersten Frau des Pastors, gab es an die 80 Mitglieder. Die Gemeinde fühlte sich von Gott auserwählt, nachdem ein Prediger, Håkan Sunnliden, ein ‚spirituelles Feuer’ und eine ‚Erweckung’ in Knutby prophezeit hatten. Ihrem Leiter Kim Wincent war eine eher persönliche Prophezeiung zuteil geworden ‚über jemanden, über den die Leute schlecht dachten, und der kommen und ihm in der Gemeinde helfen würde’. Er legte dies so aus, dass diese Person Åsa sein werde. Es gab eine dritte Prophezeiung: ‚Die Familie Waldau sollte sich um einen Diener des Herrn kümmern’.

 

Pastor Helge Fossmo

 

Zwischen 1992 und 1997 reiste Åsa in Schweden umher und predigte. Sie suchte Leute aus, die sie dann nach Knutby einlud. Einer davon war Helge Fossmo, der später ihr Partner und Leiter der Gemeinde werden sollte 1971 als jüngstes von fünf Kindern geboren, fand er ‚Erlösung’ im Alter von 12 Jahren. Später wurde er Leiter einer kleinen ‚christlichen’ Gruppe, inspiriert vom ‚Wort des Lebens’, einem Teil der Glaubensbewegung. Als er verhaftet wurde, hatte seine Internseite Links zu diesem Kult und zu amerikanischen Predigern, die mit dem ‚Wort des Lebens’ verbunden waren. Einige der leitenden Mitglieder von Knutby besuchten auch die Bibelschule des ‚Wort des Lebens’. Er kehrte später zur Pfingstbewegung zurück und traf Åsa bei einem Erweckungstreffen. 1997 übersiedelten er und seine Frau nach Knutby.

 

Das Kindermädchen: Sara Svensson

 

Zwei Jahre später übersiedelte Sara Svensson nach Knutby, wo sie später das Kindermädchen für Helges Familie wurde. Sara, 22 Jahre alt, war in einer kleinen Gemeinde auf dem Lande in Schweden aufgewachsen, als das einzige Kind einer christlichen Familie. Sie war wegen schwerer Allergien öfters im Krankenhaus und ihre Mutter gab ihre Arbeit auf, um sich in den ersten Lebensjahren um sie kümmern zu können. Die Mutter starb, als Sara erst 11 Jahre alt war, und sie wurde dann von ihrem Vater aufgezogen. Nach der Schule pflegte sie eine Bibelklasse zu besuchen. Einmal kam Åsa dorthin um zu predigen, und Sara wurde ‚inspiriert’. Sie begann, in Knutby Bibelklassen zu besuchen und übersiedelte schließlich dorthin.

 

Die Prophezeiung

 

1999 wurde Åsa ‘die Braut Christi’. Sie kaufte einen Ring mit sieben Diamanten und mit einem eingravierten Bibelspruch. Die ‚Verlobung’ Åsas mit Jesus wurde von Helge Fossmo am 29. März 1999 in ihrer Kirche veranstaltet. In Computern, welche dem inneren Kreis der Gemeinde gehörten, fanden die Untersuchungsbeamten ein Dokument, die ‚Tirza-Prophezeiung’ genannt. Im Jahr 2000 schieb Åsa nieder, was Jesus ihr vermeintlich gesagt hatte. Die Prophezeiung wurde geheim gehalten. Sie enthielt die folgenden Sätze: ‚Ich bin der König der Könige und du bist die Braut des Himmels’ … ‚Schon bei der Erschaffung der Welt hatte ich dich im Sinn und ich habe seitdem stets auf dich gewartet’ … ‚Denke daran, dass dein Wort Macht hat, genau wie das meine.’ Seitdem betrachten sie die Gemeindemitglieder als eins mit Jesus und gehorchen ihr daher. Einige Tage bevor Åsa die Prophezeiung niederschrieb, erhielt eine ihr nahe stehende Person ‚ein Wort von Gott’, dass Åsa streben würde, um mit Jesus im Himmel vermählt zu werden. Die Leiter beteten für ihren bevorstehenden Tod und die Pastoren predigten, das Ende der Welt würde kommen, wenn Åsa Jesus heirate. Dieser Glaube erzeugte innerhalb der Gruppe einen Ausnahmezustand und beeinflusste die Gefühle, die Moral, die Sexualität usw. ihrer Mitglieder.

 

Åsa hatte auch ‚Diener’ innerhalb des inneren Kreises. Sie kümmerten sich um alles, was das tägliche Leben betraf, und ‚beschützten’ sie durch Gebete und ‚geistige Kämpfe’. Die ‚Prophezeiung’ zeigte, wie alles einschließlich der ‚Diener’ vorherbestimmt war. Die Leiter deuteten die ‚Zeichen’ und sagten der Gruppe, was mit ihnen geschehen werde. Bei der Gerichtsverhandlung sagte Sara Svensson: ‚Es war vorherbestimmt, dass Daniel und Alexandra in den Himmel kommen würden’. Wenn alles vorherbestimmt ist, dann wird das Leben zu einem Theater.

 

Die erste Frau starb

 

Helge Fossmo arbeitete mit Åsa fast rund um die Uhr. Seine Frau Helen beklagte sich bei einigen Gemeindemitgliedern darüber. Helge beschuldigte sie dann, rebellisch und eifersüchtig zu sein. Das sei nicht erlaubt! Gemäß Helge sagte Åsa zu ihm, Helen sei seiner nicht würdig, und wenn sie sich nicht ändere, würde Gott sie ‚heimholen’. Gemäß Helge geschah alles Schritt für Schritt. Åsa verlieh ihm immer mehr Vertrauen und Glauben, Schmeichelei und Lobpreis vermischt mit autoritärem Zorn. (Helge würde später dieselbe Mischung von Liebe und Hass dem Kindermädchen Sara gegenüber benützen). Helge behauptete, er sei ‚Jesu Kanal’ und daher spreche Jesus durch ihn zu Åsa. Offensichtlich veranlasste dies ihn, ihr Haar zu berühren, ihre Füße zu massieren und schließlich ihre Sexualität zu befriedigen.

 

Im November 1999 starb Helges Frau unter mysteriösen Umständen. Helge fand seine junge Frau Helen tot in der Badewanne ihrer Wohnung, bekleidet mit ihrem Nachthemd. Sie hatte eine toxische Dosis von Dexofen (Schmerzmittel) im Blut. Im Autopsie-Protokoll, das er ihren Eltern sandte, war diese Information gelöscht.

 

Helges and Saras Liebesbeziehung

 

Im Jahr darauf heiratete Helge Alexandra, die Schwester von Åsa Waldau. Das Kindermädchen Sara heiratete ihren Freund. Im Frühjahr 2001 begannen Helga und Sara jedoch eine Liebesbeziehung. Sara sagte bei Gericht: ‚Während des Frühjahrs machte mir Helge immer intensiver den Hof.’ Sie wurde in seine Wohnung eingeladen, um zu beten, und er sah sie mit Liebe in seinen Augen an und sprach über himmlische Liebe. Helge sagte zu Sara, sie sollten eine ‚Allianz’ machen, einen ‚Akt des Gehorsams Gott gegenüber.’ Zu Beginn des Sommers wurde Helge ernstlich krank und Sara brachte ihn ins Krankenhaus. Er sagte zu ihr, dies sei ein ‚Kampf mit dem Teufel’ und es würde ‚eine Zeit der Prüfung beginnen’. Bei ihrer Rückkehr vom Krankenhaus wurde Saras Mann, der sie abholen wollte, gesagt, Sara werde an Helges Seite benötigt. Sara wurde veranlasst, 6 Monate lang in seinem Zimmer zu bleiben! In den Nächten ‚kämpfte Helge mit dem Teufel’, und um zu gewinnen, hatten sie Geschlechtsverkehr. Sie sprachen über Heirat, als Helge Sara fragte, ob sie jemanden töten könne, wenn Gott sie dazu aufforderte. Er sprach dann über Abrahams Opfer seines Sohnes.

 

Sara, die Versucherin

 

Ende 2001 sagte Helge den anderen Pastoren, er und Sara wollten heiraten, aber Åsa sagte, ‚gemäß Gott’ wäre das nicht richtig, Helge überzeugte Sara, ihre sexuelle Beziehung weiterzuführen, mit einer neuen Verwicklung: nicht Liebe, sondern nur ‚Gottes Wille’. Er sagt dann zu ihr, er habe einen anonymen Brief erhalten, dem zufolge ,auch seine zweite Frau von ihm genommen würde, und in seiner Nähe lebe eine Frau, die für ihn bestimmt sei, aber sie sei in einer anderen Ehe festgehalten’. Sara berichtete dem Gericht, dass ihr Mann sterben würde, wenn er zu einer Scheidung nicht bereit sei. Sie befand sich in einem Schockzustand und glaube an all die ‚übernatürlichen’ Dinge, die Helge zustießen. Sie stimmte 2002 der Scheidung von ihrem Mann zu.

 

Helge zerstörte Sara psychisch

 

Während des Jahres 2003 war Helge fast die einzige Person, mit der Sara sprach. Sie war seine Sklavin, ihres eigenen Willens beraubt und hauptsächlich im Schlafzimmer eingesperrt. Er soll zu ihr gesagt haben: ‚Du bist so abscheulich, ein eingebildetes Weibsstück, unintelligent, blond, falsch, Versucherin.’ Jedes Wort traf Sara zutiefst. Dann schloss er mit den Worten: ‚Ich liebe dich’. Dann war sie so dankbar, dass er sie liebte, obwohl sie so schrecklich sei. Das ist eine vernichtende Mischung aus Liebe und Hass. Im Herbst 2003 nahm sich Helge eine neue Geliebte, behielt aber Sara als seine Sex-Sklavin. Ende 2003 fragte Helge Sara wiederum, ob sie töten könne, aber sie verneinte. Er bestand aber weiterhin darauf. Helge benützte anonyme SMS, um in Saras Bewusstsein Gedanken einzupflanzen: ‚Du weißt, was du zu tun hast. Sieh zu, dass du es vor dem 25. November tust, sonst wird es für dich zu spät sein.’ Dieses Datum war der Hochzeitstag von Helge und Helen (seiner ersten Frau). Sara aber hatte Zweifel und fragte Helge, ob nicht er es sei, der die SMS gesendet habe. Er verneinte ärgerlich, daher entschuldigte Sara sich, war aber weiterhin verwirrt:

‚Am nächsten Tag hatte ich keine Gedanken darüber, jemanden zu töten, aber nun sieht es so aus, als ob du willst, dass ich deine Frau töte.’

Du sagst es und nicht ich’, antwortete Helge.

‚Ich möchte niemanden töten. Vergessen wir das’, sagte Sara.

‘Warum sprechen wir darüber?’ fragte Sara Helge nach einer Weile.

‚Weil ich glaube, dass genau das passieren wird’, antwortete Helge.

 

Am nächsten Tag war sie psychisch zerstört und erhielt eine andere anonyme SMS: ‘Sei nicht untröstlich, zögere nicht, seinetwegen (Helge), ihretwegen (seiner Frau), Gottes wegen und deinetwegen. Heimzukommen ist Gnade.’ Sara dachte, jemand in Schweden fühle eine Herausforderung von Gott, ihr das zu senden. Helge las es, seufzte und sagte nur: ‚Heimzukommen ist Gnade’. Sara sagte zu Helge, so wolle mit Åsas Mann Patrik Waldau darüber sprechen. Helge aber sagte, dieser würde es nicht verstehen und er selbst sei über jeden anderen hoch erhaben und sie dürfe mit niemandem darüber sprechen.

 

Beachte, dass Helge niemals klar sagte, er wolle, dass sie seine Frau Alexandra töte. Er zerstörte sie psychisch und pflanzte dann diese Gedanken in ihr Bewusstsein ein, indem er ihr zahlreiche SMS sandte und sie immer mehr davon überzeugt machte, dies sei eine Nachricht, die von Gott komme.

 

Sara versuchte seine Frau zu töten, indem sie einen Hammer benützte, aber sie schlug nicht kräftig genug zu. Nach diesem Ereignis schickten die Leiter sie nach Hause. Sie wurde einsam ausgestoßen und fürchtete, Gottes Gnade zu verlieren. Helge drängte sie weiterhin, einen neuen Versuch zu machen und auch den Mann seiner Geliebten zu töten. Fünf Tage vor dem Mord hielt Helge seine letzte Rede:

‚Wovor fürchtest du dich? Du weißt, dass es so ist: wenn du ernstlich sagen kannst, ich fürchte den Tod nicht, dann hast du eine Heimat, in die du kommen kannst … Ich möchte Gott näher kommen. Ich möchte alles töten, was mir dabei im Weg steht.’

 

Am 10. Januar 2004 beging Sara den Mord. Beim Eintritt in das Haus überprüfte sie ihr Mobiltelefon zum letzten Mal, hoffend, sie würde von Gott eine SMS erhalten, die sie anwies, aufzuhören, und dass er gesehen hatte, dass sie bereit war, gerade so wie er mit Abraham verfuhr. Vor Gericht sagte sie: ‚Ich war programmiert zu töten.’

 

Das Gerichtsverfahren von Knutby, das im Frühjahr 2004 im Bezirksgericht stattfand, fand Helge Fossmo des Mordes an seiner ersten Frau nicht schuldig, aber er bekam lebenslänglich für die Veranlassung eines Mordes und eines Mordversuchs. Sara wurde für den Mord und den Mordversuch zu psychiatrischer Pflege verurteilt. Das Berufungsgericht gelangte zu demselben Urteil.

 

Die psychologische Untersuchung fand, dass Sara psychologisch missbraucht und systematisch manipuliert worden war, bis sie zerstört war.

 

Nach dem Mord

 

Heute geht in Knutby alles seinen gewohnten Gang. Drei Mitglieder haben nach dem Mord die Gemeinde verlassen und vier Bücher wurden über die Gruppe geschrieben. 2005 eröffnete die ‚Braut Christi’ einen Badekurort und war damit nicht sehr erfolgreich. Im darauf folgenden Jahr wurden ein Lehrer und ein Assistent wegen Kindesmissbrauch verurteilt. Sie wurden ertappt, als sie am Boden des WC auf einem Kind saßen. Sie gestanden die Tat, erklärten sich aber für unschuldig. Am 31. August 2006 gestand Helge in einem Fernsehinterview, dass er an dem Mord beteiligt gewesen war. Er sagte, er habe in einer Kultkultur gelebt und dies sei ihm nach langer Zeit zum Bewusstsein gekommen. Er sagte auch, es seien andere in den Mord verwickelt gewesen. Er ließ von einem Experten eine Analyse der SMS machen, der meinte, es könnten gut Åsas Worte sein, und Helge sagte:

‚Das ist richtig, Åsa schrieb die SMS, ich sandte sie nur weiter.’

 

Zu Weihnachten 2006 verlobte sich Helge im Gefängnis und im März 2007 wurde das Gerichtsverfahren abgeschlossen. Helges Geständnisse führten zu nichts, das zu einer Voruntersuchung motivieren könnte. Sara ist weiterhin in psychiatrischer Pflege. Ein Sorgerechtsverfahren steht bevor. Ein Arzt fand Zeichen von Misshandlung an einem Kind, das beim Vater lebt, der noch dem Kult angehört.

 

Zusammenfassung

 

Die systematische Manipulation innerhalb der Gruppe geht weiterhin vor sich. Die Mitglieder scheinen einen blinden Fleck zu haben, wenn es zu einer Kritik an der Gruppe kommt, und ihre Verwandten sind weiterhin besorgt, besonders bezüglich der betroffenen Kinder. Helge wurde für die Planung des Mordes zu lebenslänglicher Haft verurteilt, aber nicht für das, was er Sara angetan hatte.

 

Soll es erlaubt sein, eine Person psychisch zu vernichten, bis sie ein gehorsamer Sklave wird und sogar Morde begeht? Ich denke, es sollte ein Gesetz gegen ungebührlichen Einfluss geben. In Schweden haben wir ein kleines Aufwachen gesehen, aber es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Wenn die Leute in Knutby mehr über Manipulation gewusst hätten, dann wäre es vielleicht möglich gewesen, die Tragödie zu verhindern. Deshalb ist es enorm wichtig, das Wissen darüber zu verbreiten, wie diese Art von Manipulation geschieht. Schließlich ist es ebenso wichtig, dass es für jene, die durch einen manipulativen Kult geschädigt wurden, Hilfe gibt. Ich träume von einem Wellspring [1] in Schweden.

 


[1] Gemeint ist das von Dr. Paul Martin gegründete und geleitete Wellspring Retreat and Resource Center in  Ohio, USA (http://wellspringretreat.org/ )