Ein Vergleich der Haltungen der verschiedenen Länder zur Sektenfrage

 

Mike Kropveld, leitender Direktor von Info–Cult / Info-Secte, Kanada

 

Ich mochte zuerst FECRIS danken für die Einladung, an dieser Konferenz zu sprechen.

Ich bin sehr froh hier zu sein.

 

In dieser Darstellung möchte ich einige Faktoren untersuchen, die die Ursache für die verschiedenen Wege sind, auf denen Länder die durch sektiererische Gruppen entstandenen Probleme behandeln. Ich möchte am Schluss einige Vorschläge für konstruktive Aktionen anbieten, welche die Länder ohne Schwierigkeiten ergreifen könnten.

 

Verschiedene Zugänge

 

Warum ist es wichtig, die Maßnahmen verschiedener Länder bezüglich „Sekten” zu vergleichen, statt einfach zu sagen, warum tun wir nicht das, was zum Beispiel Frankreich und die Vereinigten Staaten tun?

 

Der Vergleich der Maßnahmen verschiedener Länder bezüglich “Sekten” kann uns helfen, die Faktoren zu verstehen, welche die Länder veranlassen, auf jene Weise zu reagieren, wie sie es tun. Er kann uns auch helfen, gemeinsame Themen zu identifizieren, die einen Rahmen für passende und informierte Aktionen der Regierungen bilden könnten.

 

Ich möchte klarstellen, dass ich mich auf Länder beziehen, die Demokratien sind, und in vielen Fällen auf Gruppen, die religiös sind. Obwohl wir alle darin übereinstimmen dürften, dass „Sekten“ nicht von Natur aus religiös sein müssen, hat sich doch die meiste Betroffenheit auf Gruppen gerichtet, deren Glaube religiös ist.

 

Den uneingeweihten Beobachter kann ein flüchtiger Blick auf die Frage der “Sekten“ zum Glauben verleiten, das verschieden Regierungen diametral entgegengesetzte Haltungen einnehmen. Einerseits haben die Regierungen Frankreichs und Belgiens in der Behandlung der Frage der „Sekten“ eine aktive Rolle eingenommen. Andererseits nehmen die Vereinigten Staaten eine starke Opposition zu Einmischung jeder Regierung ein, sei es nun die eigene oder seien es andere.

 

Bei einer näheren Untersuchung sehen wir jedoch ein komplexeres und vielfältigeres Bild von Regierungen und „Sekten“. Kanada, das Land, aus dem ich komme, hat zu der Frage keinen Standpunkt, andere Länder wie die Schweiz oder die Niederlande haben auf das Sektenphänomen verschieden reagiert.

 

Soziale, kulturelle und historische Faktoren

Bestimmte soziale, kulturelle und historische Faktoren können uns verstehen helfen, warum einige Regierungen sich entschließen, bezüglich der „Sekten“ einzugreifen, während es andere nicht tun.

Zum Beispiel kann der geschichtliche Zusammenhang eines Landes entscheidenden Einfluss auf die Maßnahmen haben, die eine Regierung bezüglich des Sektenphänomens ergreift. Überlegen wir das Folgende:

War das Land im Laufe seiner neueren Geschichte einer antidemokratischen oder totalitären Gruppe ausgesetzt? Zum Beispiel hatten mehrere europäische Länder Erfahrung aus erster Hand durch die Besetzung durch eine totalitäre Bewegung. Die Erfahrung des Nationalsozialismus während des 2. Weltkriegs hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Psyche dieser Länder und daher sollte es nicht erstaunen, dass es in vielen europäischen Ländern eine niedrige Toleranz gegenüber Gruppen gibt, die als totalitär betrachtet werden. Hingegen wurde Nordamerika noch nie von einer totalitären Gruppe besetzt.

Eine andere Überlegung geht dahin, ob ein bestimmtes Land jemals Augenzeuge gewalttätiger von „Sektenführern“ begangener Akte wie Massenselbstmorden, Morden oder Terrorangriffen war. Zum Beispiel hatten die Morde, Brandstiftungen und „unterstützten Selbstmorde“ durch Mitglieder der Sonnentempler in den Ländern, wo sich die Tragödien ereigneten, verschiedene Folgen.[i]

·         Die französische Regierung setzte eine parlamentarische Kommission ein.

·         Die Schweizer Bundesregierung setzte eine Untersuchungskommission ein.

·         Kanada setzte keine parlamentarische Kommission ein, und das einzige offizielle Dokument, das in diesem Land erschien, war ein Bericht des Leichenbeschauers über die Toten.

Wie kann man die verschiedenen Reaktionen dieser Länder auf die gleiche Tragödie erklären? Es wird vermutet, dass zwischen Nordamerika und vielen kontinentalen westeuropäischen Staaten bezüglich der Reaktion auf „Sekten“ eine Anomalie besteht. Es ist interessant, festzustellen, dass sich die meisten neueren Sektentragödien in den Vereinigten Statten – die Manson-Familie, Ervil LeBaron, Jonestown, Branch Davidians und Heaven’s Gate – und in geringerem Ausmaß in Kanada – die Gruppe unter Leitung von Rock “Moses” Theriault und die Sonnentempler – ereignet haben. Dies könnte zur Vermutung veranlassen, dass in Nordamerika eine stärkere Reaktion erfolgen würde, verglichen mit dem kontinentalen Westeuropa, das Augenzeuge nur einer solchen Tragödie war (Sonnentempler). Verglichen mit einigen westeuropäischen Ländern war die Reaktion in Nordamerika ziemlich schwach.

Ein Grund, der für diesen Unterschied maßgebend sein könnte, ist der, dass Kanada und die Vereinigten Staaten durch Einwanderer aus verschiedenen Ländern mit verschiedenem ethnischem, kulturellem und religiösem Hintergrund besiedelt wurden und dass im Fall der Vereinigten Staaten schon früh die Trennung von Kirche und Staat erfolgte. Im Laufe der Jahre könnte dieses multikulturelle Mosaik teilweise zu einer toleranteren, manche würde sagen permissiveren oder laissez-faire Einstellung zu Sekten und neuen religiösen Bewegungen geführt haben. Im Gegensatz dazu waren die westeuropäischen Länder bis vor kurzem meistens homogene Gesellschaften mit einer dominanten humanistischen Tradition, mit einer Auffassung, dass die Regierung jede Situation meistern könne, mit Ängstlichkeit bezüglich nationaler Integration in einem globalen Zusammenhang, einschließlich eines neuen Euro-Nationalismus, eines Anti-Amerikanismus und einer antiklerikalen Tradition, die als in Richtung zu Reaktionen gegen totalitäre „Sekten“ verschoben aufgefasst werden kann.[ii]

Ein zweiter Faktor, der Einfluss auf die Maßnahmen einer Regierung haben kann, ist ihre Einstellung zu religiösen Gruppen. In den meisten demokratischen und so genannten säkularen Ländern sind die Rollen von Religion und Staat klar definiert. Mechanismen zur Anerkennung religiöser Gruppen sind klar festgesetzt. Gruppen, die einen Status als religiöse Organisationen anstreben, müssen bestimmte Bedingungen erfüllen. In anderen Ländern sind die Beziehungen zwischen Religion und Staat zweideutig.

 

Es gibt viele Möglichkeiten, die Beziehungen zwischen so genannten säkularen Ländern und religiösen Gruppen zu charakterisieren. Nicht alle die folgenden Merkmale sind in jedem Land anzutreffen:[iii]

 

Frankreich sieht zum Beispiel religiösen Glauben als eine persönliche und individuelle Angelegenheit an. Daher gibt es in Schulen und anderen sozialen Institutionen keine religiösen Symbole.[iv] Einige Länder wie Argentinien, Dänemark und das Vereinigte Königreich haben eine Staatsreligion,[v] die gemäß der Verfassung des Landes als „dominant“ erklärt wird.

In Kanada bringt der Status einer Religiösen Körperschaft bestimmte Privilegien wie Steuerbefreiungen mit sich. Zum Beispiel haben die Raëlianer [vi] und Scientology [vii] in der Provinz Quebec religiösen Status.

In den Vereinigten Staaten war die erste Handlung des Präsidenten George W .Bush, als er 2001 sein Amt antrat, ein Büro für Gemeinschaften und glaubensbegründete Initiativen zu gründen. Der Zweck dieses Büros, des ersten seiner Art, war die Konkurrenzierung säkularer Agenturen um öffentliche Gelder.[viii] Diese Initiative ist eine Anomalie, denn historisch haben die Vereinigten Staaten immer einen Zustand aufrechterhalten, der als nicht bevorzugende Neutralität gegenüber allen Religionen beschrieben werden kann.[ix] Beachten wir den Umstand, dass die Vereinigten Staaten über 2000 Gesetze auf der Ebene der Einzelstaaten und der Bundesebene haben, die in bestimmten Details die Natur der Trennung von Kirche und Staat festlegen. Die meisten Gesetze haben mit Gebieten zu tun, in welche sich die Regierung nicht einmischen soll.[x]

In Belgien,[xi] Deutschland [xii] und Dänemark [xiii] erfreuen sich von der Regierung anerkannte religiöse Gemeinschaften öffentlicher Unterstützung. In Belgien [xiv] zahlt der Staat die Gehälter und Pensionen religiöser Geistlicher, wie es in der Verfassung von 1831 festgesetzt wurde. In Dänemark [xv] sind Geistliche der Evangelisch-Lutherischen Kirche Staatsbeamte. Sie werden aus besonderen Steuern bezahlt, die von Bürgern eingehoben werden, die als evangelische Lutheraner getauft wurden und nicht formal ihren Austritt erklärt haben.

In den Niederlanden [xvi] können religiöse Gemeinschaften aus indirekter Finanzierung Nutzen ziehen: öffentliche Spenden sind von der Steuer absetzbar. Religiöse Gebäude werden teils vom Staat, von den Provinzen und den Gemeinden unterhalten, und viele soziale Aktivitäten, die von den religiösen Gemeinschaften organisiert werden, werden von Staat oder von örtlichen Gemeinden finanziert.

In Deutschland [xvii] haben Kirchen, die von der Regierung in Übereinstimmung mit Artikel 137-6 der Weimarer Verfassung anerkannt wurden, das Recht auf ‚Kirchsteuern’, die wie in Dänemark durch den Staat von Bürgern eingehoben werden, die in diesen Religionen getauft wurden und die nicht formal ihren Austritt erklärt haben.

Im Gegensatz dazu verleiht Frankreich[xviii] keinen Status und unterstützt keine religiöse Gruppe. Artikel 2 des Gesetzes von 1905 stellt fest: „Die Republik anerkennt, bezahlt und unterstützt keinen Gottesdienst.

Die Schweiz [xix] bietet ein interessantes Beispiel einer Reihe von Regierungshaltungen religiösen Gruppen gegenüber. In diesem kleinen Land gibt es 26 Kantone oder Provinzen. Jeder Kanton definiert seine eigenen Beziehungen zu Religionen und hat Gesetze, die die Verwendung öffentlicher Funds regulieren. Die Verhältnisse reichen von einer völligen Trennung zwischen Kirche und Staat in einigen Provinzen (Genf und Neuenburg) bis zu einer Provinz mit einer Staatsreligion (Zürich).

Ein weiterer Faktor, der für die Haltung eines Landes in Bezug auf Sektenfragen maßgebend sein könnte, verdiente Beachtung und mehr Zeit, als ich jetzt zur Verfügung habe, nämlich die Rolle der Regierung.

Regierungsabhängige Faktoren.

Sind Länder mit einer eher zentralisierten Regierungsstruktur eher geneigt, gegenüber sektiererischen Gruppen eine aggressive Haltung einzunehmen, als Länder mit einer weniger zentralisierten und weniger strikten Struktur? Welche Rolle spielen gemeinnützige Vereinigungen? In Ländern wie den Vereinigten Staaten und Kanada, deren Regierungsstil man als weniger zentralisiert und lockerer bezeichnen kann, spielt zum Beispiel der gemeinnützige Sektor bei der Ausfüllung der von der Regierung hinterlassenen Lücken eine sehr vitale Rolle.

Wie einige Forscher [xx] festgestellt haben, müssen religiöse Gruppen in der Gesellschaft darum kämpfen, Zugang zu Privilegien zu erhalten. Je schwieriger es ist, Status und Privilegien zu erhalten, die mit der Anerkennung durch die Regierung verbunden sind, desto konfliktreicher ist die Beziehung zwischen einer bestimmten Gruppe und der Regierung.

Reaktion der Regierungen

 

Regierungen haben auf vier verschiedene Weisen auf „sektiererische“ Gruppen reagiert:

 

  1. Keine offizielle Reaktion der Regierung wie in den Fällen von Großbritannien und Dänemark.
  2. Einige begrenzte Reaktionen der Regierung wie im Fall von Österreich [xxi] (Veröffentlichung einer Broschüre durch das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie)
  3. Regierungsaktionen in der Form von parlamentarischen Kommissionen, Berichten oder Studien (zum Beispiel Kanada[xxii], Belgien[xxiii], Frankreich[xxiv], Deutschland[xxv], Niederlande[xxvi], Schweiz[xxvii], Vereinigte Staaten[xxviii]).

Die westeuropäische Regierungsantwort auf „sektiererische” Gruppen kann als global beschrieben werden, d.h. statt eine Tragödie oder eine einzelne Situation anzusehen, versuchen sie, das Sektenphänomen zu verstehen und das Risiko abzuschätzen, das Sekten für ihre jeweiligen Länder darstellen.

Außer für den Hill-Bericht aus dem Jahre 1980 über die Studie von Gruppen mit Bewusstseinsmanipulation, Sekten und Kulte in der kanadischen Provinz Ontario kann man die Reaktionen Kanadas und der Vereinigten Staaten auf „sektiererische“ Gruppen als situationsgemäß beschreiben. Das bedeutet, dass eine spezielle Frage oder ein spezielles Ereignis, das sich auf eine Sekte oder religiöse Gruppe bezieht, in Angriff genommen wird, anstatt das Sektenphänomen in allgemeinen zu behandeln. Nehmen wir zum Beispiel die Regierungsberichte der Vereinigten Staaten, die sich in der Vergangenheit mit der Moon-Organisation[xxix] (der Fraser-Bericht) beschäftigten, und jene, die sich auf die Tragödie des Tempel des Volkes[xxx] oder der Branch Davidians[xxxi] in Waco, Texas, bezogen.

In den meisten parlamentarischen Berichten, die ich untersucht habe, ist der Zugang der Öffentlichkeit zu Informationen über Sekten, neue religiöse Bewegungen oder spirituelle Gruppen die am weitesten empfohlene Lösung. Regierungsberichte betonen die Notwendigkeit der Information der Öffentlichkeit über das Funktionieren dieser Gruppen, über ihre Anwerbemethoden und über ihre Philosophien. Das Ziel ist es, die Öffentlichkeit mit soviel Information wie möglich zu versorgen, so dass die Einzelnen informierte Entscheidungen darüber treffen können, ob sie sich einer Gruppe anschließen sollen oder nicht.

 

Parlamentarische Berichte aus der Schweiz, aus Frankreich, Belgien und Deutschland schlagen die Einrichtung von Informationszentren vor, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Diese Zentren würden auch Forschung über „Sekten“ und „neue religiöse Bewegungen“ durchführen und dabei anerkennen, dass manche Personen vor der potentiellen Gefahr bestimmter „Sekten“ beschützt werden müssen.

 

 

Die Niederlande[xxxiii] stellten fest, dass ihre Gesetze für den Schutz der Mitglieder und für die Bestrafung solcher, die sich auf Abwegen befanden, ausreichend waren.

 

Deutschland[xxxiv] und die Schweiz[xxxv] schlugen eine Gesetzgebung bezüglich des kommerziellen Aspekts einiger Gruppen vor.

Die Gest und Guyard-Kommission erkannte, dass Frankreichs Gesetze im Großen und Ganzen ausreichend waren, um Sekten zu bestrafen, die das Gesetz brachen. Die Kommission betrachtete es auch als wichtig, weiterhin einige Punkte in speziellen Gesetzen zu entwickeln oder mit Zusätzen zu versehen, um eine wirksamere Antwort auf von Sekten begangene Missbräuche zu ermöglichen. Daher nahm die französische Nationalversammlung einen Gesetzesvorschlag an, der dazu entworfen war, die Macht der Regierung zu stärken, um Probleme zu verhindern und abzustellen, die mit sektenartigen Gruppen verbunden waren. Dieser Gesetzesvorschlag wurde als das About-Picard-Gesetz bekannt. [xxxvi]

Die Ansicht der Länder zum Ausdruck „Cult“ bzw.“Sekte“ [xxxvii]

Es ist interessant zu bemerken, wie der Ausdruck „Cult“ bzw „Sekte” in bestimmten parlamentarischen Kommissionen, in Berichten und in der Gesetzgebung gesehen wird.

Zum Bespiel wurde in der kanadischen Studie der Ausdruck „Cult“ als pejorativ angesehen und oft ungenau verwendet. Der Ausdruck „neue Religion“ wurde als Gegenstand von Missbrauch gesehen. [xxxviii]

Die Schweiz meinte, der Ausdruck „Sekte“ würde oft auf pejorative Weise verwendet. [xxxix]

In den Niederlanden wurde der Begriff „Cult“ bzw. „Sekte“ angesichts seiner negativen Belastung vermieden und stattdessen der Begriff „neue religiöse Bewegung“ benützt. Dieser Ausdruck wurde beschrieben als „eine Gruppe oder Leute, die sich neuerdings auf spirituellem Gebiet bemerkbar machen und entweder durch einen (charismatischen) Führer oder durch besondere religiöse Konzepte oder durch ein besonderes Verhalten als Gruppe oder durch eine Kombination dieser Aspekte bemerkbar machen. [xl]

Der Bericht der belgischen Kommission zog den Schluss, „Cult“ bzw. „Sekte“ sei in seiner derzeitigen Verwendung pejorativ, obwohl er nicht meinte, dass „Sekten“ oder „neue religiöse Bewegungen“ an sich eine Gefahr darstellten oder schädlich seien. Die Kommission benützte eher den Ausdruck „schädliche sektiererische Organisation“, die sie wie folgt definierte:

·         Gruppen, die behaupten, eine psychologische oder spirituelle Berufung zu haben und die schädliche ungesetzliche Tätigkeiten ausführen oder organisieren, Einzelnen oder der Gesellschaft schaden oder die menschliche Würde verletzen. [xli]

Deutschlands Kommission von 1998 benützte den Ausdruck „Sekte“ und empfahl sogar die begrenzte Verwendung des Ausdrucks. Der Bericht unterscheidet zwischen „konfliktanfälligen“ und „nicht konfliktanfälligen“ Gruppen.[xlii] Ebenso wurde der Ausdruck „Psychogruppe“ benützt, um psychologische oder pseudopsychologische Dienste zu beschreiben, die außerhalb der professionellen Gesundheitsdienste und psychologischen Dienste angeboten werden.[xliii]

Der Bericht von Frankreichs Gest and Guyard-Kommission bietet Indikatoren zur Klassifizierung einer Gruppe als Sekte. Diese enthalten:

·         Mentale Destabilisierung

·         Außerordentliche finanzielle Erfordernisse

·         Zwang der Mitglieder, die Verbindung zum frühern Leben abzubrechen

·         Körperliche Schäden

·         Indoktrinierung von Kindern

·         Antisoziale Rhetorik, Störung der öffentlichen Ordnung, Rechtsstreitigkeiten

·         Missbräuchliche Verwendung von Geldern

·         Infiltration öffentlicher Instanzen [xliv]

Jene Länder, die ich bisher besprochen habe, behaupten alle, die Rechte und Freiheiten ihrer Bürger anzuerkennen und zu schützen. Der Schutz dieser Rechte und Freiheiten kann in der Verfassung des Landes, in ihrer Charta der Rechte oder in internationalen Vereinbarungen festgelegt werden.

In Wirklichkeit reguliert jedoch jedes Land seine eigenen Beziehungen mit religiösen Gruppen. Um die Aktionen der einzelnen Länder zu verstehen, müssen wir verstehen, wer den religiösen Status verleiht und welche Gruppen dazu berechtigt sind. Wir müssen mehr über die Privilegien lernen, die Gruppen gewährt werden, die einen offiziellen Status erlangt haben. Vor allem müssen wir sorgfältig beachten, was eine Regierung sagt und wie ihre Worte in die Praxis umgesetzt werden.

Ich benützte Beispiele aus westeuropäischen und nordamerikanischen Ländern, um einige der Weisen zu illustrieren, in denen Regierungen auf „Sekten“ reagiert haben und wie sie den Begriff „Sekte“ sehen oder definiert haben. Wenn wir nach anderen Ländern wie Russland, Griechenland, Japan oder China blickten, um nur einige zu nennen, würde dies ein breiteres Kontinuum von Regierungsstandpunkten bezüglich des Sektenphänomens und der Wahrnehmung und Behandlung bestimmter Gruppen enthüllen. [xlv]

Konstruktive Maßnahmen

Wir haben gesehen, wie Regierungen die Skala vom Einnehmen einer starken Position gegenüber „Sekten“ bis zum Nichtstun abdecken. Kann bei einem solchen Bereich von Einstellungen in Europa oder sonst wo eine gemeinsame Linie gegenüber „Sekten“ gefunden werden?

Ist es möglich, eine breite Übereinstimmung zu erreichen, unter der Voraussetzung, dass unsere Aktionen sich auf Annahmen über uns selbst und andere begründen, die wiederum untrennbar sind vom historischen, politischen, rechtlichen, kulturellen, sozialen und persönlichen Zusammenhang und von den Welten, in denen wir leben? Wie der Autor und Tagebuchschreiber Anais Nin (1903 – 1977) schrieb, „sehen wir die Dinge nicht so, wie sie sind, sondern wie wir sind“.

Angesichts dieser Beobachtung meine ich, dass das Erlassen von Gesetzen, um speziell mit „Sekten“ umzugehen, in einigen wenigen Ländern möglich sein könnte, jedoch keine allgemeine Übereinstimmung darüber. Statt dessen sollten wir uns die kritischsten Bereiche ansehen, nämlich Information und Bildung, Hilfe für die Opfer und Forschung, in denen die Möglichkeiten bestehen, die Regierungen dazu bringen, dass Zeit, Energie und Ressourcen aufgewendet werden.

 

Information und Bildung, Hilfe für die Opfer, Forschung

 

Unterstützung für Information und Bildung der Öffentlichkeit wurde in verschiedenen Regierungsberichten empfohlen. Sowohl Regierungsvertreter als auch private und fachliche Organisationen in vielen Ländern haben ihre Unterstützung für diese Option ausgedrückt, wenn sie um Antworten zu sektenbezogenen Problemen gefragt wurden.

 

Ich würde sehr empfehlen, dass die Regierungen ein gemeinsames Verfahren zur Information und Bildung der Öffentlichkeit bezüglich Sekten in Angriff nehmen:

 

 

Unterstützung von Einzelpersonen, die durch eine Gruppe Schaden erlitten haben, ist Mangelware, und ich meine, dass es für Regierungen nicht notwendig ist, festzustellen, ob eine Gruppe eine „Sekte“ ist oder nicht, um zu erkennen, dass Menschen als Ergebnis von Gruppenerfahrungen geschadet werden kann und auch wird, wie Michael Langone, der geschäftsführende Direktor der International Cultic Studies Association feststellte: „Einige Gruppen mögen einigen Leuten manchmal schaden, und einige Gruppen mögen Leuten eher schaden als andere Gruppen.“ [xlix]

 

Familien mit Kindern, die in sektiererische Gruppen involviert sind, sind ein Anliegen, dass in den meisten Regierungsberichten erwähnt wurde, und hier gibt es weiterhin Bedarf für Wachsamkeit, wo sie berechtigt ist, um ihren Schutz und ihre Sicherheit zu gewährleisten

 

Regierungen verkünden ihre Sorge für das Wohlergehen ihrer Bürger, warum anerkennen sie dann dies hier nicht und sorgen für die nötige Unterstützung derer, die diese benötigen, ohne Rücksicht darauf, wie die Gruppe, zu der sie gehörten, bezeichnet wird. Ich beziehe mich auf Zugang zu Fachleuten, die auf diesem Gebiet geschult sind,[l] und wenn nötig vorübergehende Unterbringung und kostenlose Dienste für jene, die nicht zahlen können.

 

 Es gibt dringenden Bedarf an Unterstützung für weitergehende Erforschung des Sektenphänomens und seiner Auswirkungen auf Einzelpersonen und die Gesellschaft, um einen nachhaltigen Einfluss auf Regierungen auszuüben.[li] Insbesondere wird Forschung benötigt, um das Ausmaß des Problems und die wirksamsten Mittel, damit umzugehen, erkennen zu lassen.

 

Abschluss

Bildung ist das Bindeglied für die drei Bereiche die ich erwähnt habe. Die meisten Regierungen, auch die der Vereinigten Staaten, können diese beschränkte Aufgabe erfüllen. 199 gründete die Gesetzgebung des Staates Maryland eine Task Force zum Studium der Auswirkung von Sektentätigkeit auf öffentliche höhere Bildungsinstitute für Ältere, und zeigte unter anderen Empfehlungen die Notwendigkeit der „Schaffung eines Bildungsprogramms für neu eintretende Studenten und eines anschließenden Weiterbildungsprogramms bis zum Studienabschluss“ an, „um Studenten bei ihren Entscheidungen zu helfen, ob sie Gruppen beitreten sollten und wie sie destruktives Verhalten erkennen können, das sie beeinflussen könnte.“[lii]

Als ich zuerst dieses Thema für diese Konferenz vorschlug, hatte ich die Möglichkeit im Auge, eine gemeinsame Vorgangsweise der Regierungen bezüglich „sektiererischer Gruppen“ aufzudecken. Meine Schlussfolgerung, dass Bildung die Lösung sei, ist nicht neu. Ich meine jedoch, dass Bildung der Schlüssel ist.

Eine gebildete Öffentlichkeit wird weniger Gefahr laufen, in fragwürdige Gruppen involviert zu werden, und sich mehr der Risken gewusst sein, die verschiedene Gruppen darstellen. Wir müssen die Medien, die Öffentlichkeit, die Fachleute im Gesundheitsdienst, die Studenten und nicht zuletzt die Regierungsverantwortlichen schulen.

Nach fast 30 Jahren Beschäftigung mit diesem Gebiet habe ich viele Enttäuschungen erlebt, nicht zuletzt deshalb, weil das Thema „Sekten“ in den Agenden der Regierung jahrzehntelang einmal auftauchte und dann wieder verschwand. Unglücklicherweise haben die meisten unserer gewählten Volksvertreter, die darüber gesprochen haben, sich päpstlich gebärdet und wenig Wirksames wurde unternommen.

 

Es gab jedoch schon in vielen Ländern kleine Schritte bezüglich der Antworten auf „Sekten“ und die damit verbundenen Probleme und ich hoffe weiterhin, dass wir durch weitergehende Bemühungen fähig sein werden, einen Einfluss darauf auszuüben, wie Regierungen sich dazu verhalten, was weder übertrieben Strenge noch Nichtbeachtung des Problems sein sollte.

 

Anmerkungen

 



[i] A. Gest, & J. Guyard. Commission sur les sectes en France. Assemblée Nationale (1995). : http://www.assemblee-nationale.fr/rap-enq/r2468.asp

«Sectes» ou mouvements endoctrinants en Suisse: La nécessité de l'action de l'État ou vers un politique fédérale en matière de «sectes». Rapport de la Commission de gestion du Conseil national (1999) http://www.math.mcgill.ca/triples/infocult/Suisserapport1999.pdf

P. Morin, Ordre du Temple Solaire: Rapport d’investigation du Coroner. Bureau du Coroner, Gouvernement du Québec. (1996)

[ii] T. Robbins, “Notes on the contemporary peril to religious freedom,” in James A. Beckford & James T. Richardson (eds.), Challenging Religion: Essays in honour of Eileen Barker: Routledge. (2003.)

[iii] M. Juergensmeyer. The New Cold War? Religious Nationalism Confronts the Secular State. Berkeley: University of California Press. (1994)

S. Garnet, Religion and Politics: Major Thinkers on the Relation of Church and State (1990)

S.Rodney. 1999. “Secularization: RIP.” Sociology of Religion 60 (3): pp. 249-273.

L. Voye. “Secularization in a Context of Advanced Modernity.” Sociology of Religion 60 (3): pp. 275-288. (1999)

R. Stark, R. Finke. “Beyond Church and Sect: Dynamics and Stability in Religious Economies.” In Ted G. Jelen (ed.), Sacred Markets, Sacred Canopies: Essays on Religious Markets and Religious Pluralism. Lanham: Rowman & Littlefield (2002)

[iv] M. Gauchet. La religion dans la démocratie : parcours de la laïcité Gallimard, "Le débat", (1998)

J. Baubérot. Histoire de la laïcité en France. PUF, "Que sais-je ?", (2003)

[v] F. Champion, les rapport Église-État dans les pays européens de tradition protestante et de tradition catholique: essai d'analyse. Social Compass, vol. 40, no. 4, 1993, pp. 589-609.

[vi] See Quebec Enterprise Registry at: https://ssl.req.gouv.qc.ca/igif-bin/isl08tr1/cidreq/**URL**?matricule=1143506831&banque=C&action=ETAT_CIDREQ&section1=O&section2=O&section3=O&section4=O

[vii] See Quebec Enterprise Registry at: https://ssl.req.gouv.qc.ca/igif-bin/isl08tr1/cidreq/**URL**?matricule=1143037050&banque=C&action=ETAT_CIDREQ&section1=O&section2=O&section3=O&section4=O

[viii] D.A. Davis, President Bush's Office of Faith-Based and Community Initiatives: Boon or Boondoggle? Journal of Church and State, vol. 43, 2001, pp. 411-422

[ix] M.O. Manion, Churches and States: The Politics of Accommodation, Journal of Church and State, vol. 44, 2002, pp. 317-343

Supreme Court Justice Hugo Black, Engel v. Vitale, 370 U. S. 421, 431 (1962).

[x] J. Gordon Melton, The Fate of NRMs and their Detractors in Twenty-first Century America, Nova religion vol. 4 no 2, 2001, p. 248

[xi] Sénat, services des affaires Européennes. Le financement des communautés religieuses. 2001. http://www.senat.fr/lc/lc93/lc933.html#toc30

[xii] Ibid. http://www.senat.fr/lc/lc93/lc931.html#toc8

[xiii] Ibid. http://www.senat.fr/lc/lc93/lc934.html#toc42

[xiv] Ibid. http://www.senat.fr/lc/lc93/lc933.html#toc30

[xv] Ibid. http://www.senat.fr/lc/lc93/lc934.html#toc42

[xvi] Ibid. http://www.senat.fr/lc/lc93/lc937.html#toc77

[xvii] Ibid. http://www.senat.fr/lc/lc93/lc931.html#toc8

[xviii] Ibid. http://www.senat.fr/lc/lc93/lc930.html

[xix] S. Cattacin, C.R. Famos, M. Duttwiler, H. Mahnig. (2003) État et religion en Suisse. Luttes pour la reconnaissance, formes de la reconnaissance. Étude du forum suisse pour l'étude des migrations et de la population (FSM). http://www.ekr-cfr.ch/ekr/dokumentation/shop/00019/00070/staat_religion_kurz_def-f.pdf?lang=fr&PHPSESSID=173f3f4aae0d3aa9ed8733e3662f15c8

[xx] B. Wilson and J. Cresswell. (eds.). New religious movements challenge and response. New York: Routledge, (1999), pp. 5-21

R. Stark and W.S. Bainbridge. The future of religion: Secularization, revival and cult formation. Berkeley: University of California Press. (1985)

R. Stark, W. S. Bainbridge. A Theory of Religion. New York: David Lang. (1987)

R. Stark, W. S. Bainbridge, and D.P. Doyle. Cults of America: A Reconnaissance in Space and Time. Sociological Analysis 40 (1979), pp. 347-459.

[xxi] Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie, Sekten: Wissen schützt, Wien (1999)

[xxii] D. Hill, Study of Mind Development Groups, Sects and Cults in Ontario: A Report to the Ontario Government. Toronto (1980).

Canadian Security Intelligence Service. Doomsday Religious Movements (1999). http://www.csis-scrs.gc.ca/en/publications/perspectives/200003.asp

[xxiii] Chambre des Représentants de Belgique. Enquête parlementaire visant à élaborer une politique en vue de lutter contre les pratiques illégales des sectes et le danger qu'elles représentent pour la société et pour les personnes, particulièrement les mineurs d'âge. (1996-1997). http://www.lachambre.be/FLWB/pdf/49/0313/49K0313007.pdf & http://www.dekamer.be/FLWB/pdf/49/0313/49K0313008.pdf

[xxiv] A. Vivien. Les Sectes en France : expression de la liberté morale ou facteur de manipulations? Documentation Française: (1985)

[xxv] Endbericht der Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“: Neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen in der Bundesrepublik (1998): http://www.bundestag.de/ftp/pdf_arch/13_10950.pdf

[xxvi] T. A. M. Witteveen. Overheid en nieuwe religieuze bewegingen Tweede Kamer, vergaderjaar, report by the Dutch Government (1983-1984): For English Summary http://www.math.mcgill.ca/triples/infocult/DutchReport.pdf

[xxvii] «Sectes» ou mouvements endoctrinants en Suisse: op. cit.

[xxviii] F.B.I. Project Mediggo. (1999) http://permanent.access.gpo.gov/lps3578/www.fbi.gov/library/megiddo/megiddo.pdf

[xxix] Investigation of Korean-American Relations: Report of the Subcommittee on International Organizations of the Committee on International Relations U.S. House of Representatives. Washington, D.C.: (1978)

[xxx] The Assassination of Representative Leo J. Ryan and the Jonestown, Guyana Tragedy, Report of a Staff Investigative Group to the Committee on Foreign Affairs U.S. House of Representatives. Washington, D.C. (1979)

[xxxi] Report to the Deputy Attorney General on the Events at Waco, Texas, U.S. Department of Justice. Washington, D.C. (1993)

[xxxii] Commission d'enquête relative à l'influence des mouvements à caractère sectaire et aux conséquences de leurs pratiques sur la santé physique et mentale des mineurs (2006) pp. 181- 193.

[xxxiii] T. A. M. Witteveen. op. cit. p. 317 (taken from English Summary accessible at http://www.math.mcgill.ca/triples/infocult/DutchReport.pdf p. 5)

[xxxiv] Endbericht der Enquete-Kommission „So genannte Sekten und Psychogruppen, op. cit. p. 286

[xxxv] «Sectes» ou mouvements endoctrinants en Suisse: op. cit. p. 42

[xxxvi] LOI no 2001-504 du 12 juin 2001 http://www.legifrance.gouv.fr/WAspad/UnTexteDeJorf?numjo=JUSX9903887L,

deutsche Übersetzung : http://griess.st1.at/gsk/frgesetz.htm

[xxxvii] Der Ausdruck “cult” in den englischsprachigen Ländern entspricht weitgehend dem Ausdruck “Sekte”, “secte”, „setta“usw. in den übrigen europäischen Ländern. Daher wurde hier „cult“ stets mit „Sekte“ übersetzt. Anm. d.Übers.

[xxxviii] D. Hill, op. cit. p.66

[xxxix] «Sectes» ou mouvements endoctrinants en Suisse: op. cit. p.51

[xl] T. A. M. Witteveen. op. cit. p. 314 (taken from English Summary accessible at (http://www.math.mcgill.ca/triples/infocult/DutchReport.pdf p.1)

[xli] Chambre des Représentants de Belgique., op. cit. p.100 http://www.lachambre.be/FLWB/pdf/49/0313/49K0313008.pdf

[xlii] Endbericht der Enquete-Kommission „So genannte Sekten und Psychogruppen, op. cit. p.30

[xliii] Ibid., p. 32

[xliv] A. Gest, & J. Guyard. op. cit. p. 15

[xlv] See the United States Department of State 2006 Report on International Religious Freedom

Russia: http://www.state.gov/g/drl/rls/irf/2006/71403.htm

Greece: http://www.state.gov/g/drl/rls/irf/2006/71383.htm

Japan : http://www.state.gov/g/drl/rls/irf/2006/71342.htm

China : http://www.state.gov/g/drl/rls/irf/2006/71338.htm

[xlvi] Wie es in den Verfassungen verschiedener Länder, in deren Chartas der Rechte oder in internationalen Abkommen vorkommt, z.B. der Universalen Erklärung der Menschenrechte und der Erklärung der Ausschließung jede Form von Intoleranz und Diskriminierung auf Grund von Religion oder Glaube.

[xlvii] Außer dem Ausdruck “Cult” bzw. „Sekte“, über deren Definition keine Übereinstimmung besteht, werden andere Ausdrücke wie religiöse Bewegungen, Gehirnwäsche, Deprogrammierung, pro-cult und anti-cult bei der Diskussion über das Sektenphänomen benützt und stigmatisieren und vereinfachen eher als sie informieren und ein breiteres Verständnis dieser Frage fördern.

[xlviii] Gruppen machen in ihrer Entwicklung verschiedene Perioden durch; deshalb ist Information über das Verhalten einer Gruppe in der Vergangenheit (positiv oder negativ) nicht notwendiger Weise ein Zeichen dafür, wie sie heute funktionieren. Außerdem mag nur eine Informationsquelle die Gruppe nicht genau beschreiben. Mehrere Quellen sollten benützt werden.

[xlix] M. Langone, Cultic Studies Journal, Vol. 18, 2001, p.1

[l] Former members of cultic groups have unique needs that are not generally being addressed by the existing mental health systems and training programs for professionals is needed to address this.

Ehemalige Mitglieder sektiererischer Gruppen haben spezielle Bedürfnisse, die durch die bestehenden Systeme für geistige Gesundheit im Allgemeinen nicht erfüllt werden. Dazu sind Weiterbildungsprogramme für Fachleute erforderlich.

[li] Andere Forschungsbereiche, wie im ICSA Research Plan (November 1999) bemerkt, können enthalten: Was sind die kulturellen Verflechtungen der Sektenfrage? Wie ist die Beziehung zwischen den Variablen von Person, Gruppe und Behandlung und der Verbesserung des Leides nach dem Ausstieg? Welche Art von Mitgliedern sind in psychologisch missbrauchenden Gruppen bevorzugt vertreten und wie viele solche Gruppen gibt es in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern? Zu finden bei: http://www.icsahome.com/infoserv_icsa/icsa_researchplan.htm

[lii] Maryland Task Force to Study the Effects of Cult Activities on Public Senior Higher Education Institutions (Recommendation #9 http://www.religiousfreedom.com/tskfrce/MDrpt.htm )