Ansprache des Präsidenten der FECRIS Tom Sackville beim Runden Tisch, veranstaltet beim OSCE Human Dimension Inplementation Meeting am 9.und 10. Juli 2009 in Wien

 

Ich bin heute hier in meiner Rolle als neu gewählter Präsident der FECRIS. Wir sind eine Föderation von Gruppen von Freiwilligen in dreißig Ländern in und außerhalb von Europa. Wir und unsere Mitglieder haben als einziges Ziel die Unterstützung von Individuen und ihren Familien, denen durch Kontakt mit manipulativen Gruppen Schaden zugefügt wurde. Wir kümmern uns nicht um Religion. Der Umstand, dass diejenigen, die wir Sekten nennen, behaupten, Religionen zu sein, ist zufällig. Wir interessieren uns nur für die menschlichen Folgen der Tätigkeit dieser Sekten und den Schaden, den sie Individuen und ihren Familien zufügen, wovon wir täglich in unserer Arbeit Beispiele sehen.

 

Für jene mit persönlicher Kenntnis dessen, wie Sekten arbeiten, ist es ironisch und sogar schockierend, dass wohlmeinende hoch geachtete Körperschaften, die sich dem Widerstand gegen den Missbrauch der Menschenrechte widmen, hier Seite an Seite mit Organisationen sitzen, die, würden sie sich nicht erfolgreich als Religionen verkleiden und nur nach ihren Taten beurteilt werden, als zutiefst dem öffentlichen Interesse widersprechen beurteilt würden.

 

Wenn wir also über die Verpflichtung zur „Religionsfreiheit“ sprechen, dann meine ich, wir müssen überlegen, ob wir nicht dadurch, dass wir jeder Organisation, die sich selbst als Religion bezeichnet, einen Freibrief ausstellen, in Wirklichkeit der Erlangung der Ziele der OSZE schaden. Wenn wir keine passende Sprache finden, um den Begriff „Religion“ zu qualifizieren, riskieren wir, das ganze Konzept der Menschenrechte dadurch auf den Kopf zu stellen, dass wir bösartige unterdrückerische Organisationen auf Kosten dieser vielen gutwilligen Körperschaften stärken, deren einziges Ziel es ist, die Unterdrückten zu unterstützen.