Aftenposten, 14. Mai 1998: Hintergrund - Kommentar

Smith Freunde 100 Jahre am 17. Mai

Es begann im Kanonenturm auf dem Marinefahrzeug "Thor" am 17. Mai vor 100 Jahren, als Unterkanonier Johan O. Smith die Erlösung erlebte. Noch immer wird die Verkündigung von militärischer Präzision und der Stärke der Kanonen geprägt.

In der Stille wuchs die Gemeinde weit über die Grenzen des Landes hinaus. Man findet Smiths Freunde in sämtlichen Erdteilen. Heute herrscht in der Gemeinde vollständige Ruhe, aber da war nicht immer so.

Wo das Leben in der Gemeinde alles bedeutet

Kurt-Johnny Olsen

Sie leben ein Leben ohne Fernsehen und Kinobesuch. Mädchen und Frauen ziehen niemals lange Hosen an, sondern lange Röcke. Ihr Haar wird gerne zu einen zierlichen Knoten hinten auf dem Kopf geformt. Und du wirst nie erleben, daß sie Make-up verwenden.

Ihre Aufgabe ist in erster Linie, sich um die Familie und das Heim zu kümmern. Außerdem viele Kinder zu gebären. Die Smiths Freunde sind nicht offiziell gegen Verhütung, aber sagen gerne: "Wir nehmen die Kinder an, die wir bekommen". Und da geschieht es nicht selten, daß die Kinderschar über ein Duzend zählt, bevor die Wechseljahre der Frau weitere Geburten verhindern.

Um 2 Uhr nachts am 17. Mai vor 100 Jahren war der Zeitpunkt, den Unterkanonier Johan O. Smith später als den festlegte, zu dem er erlöst wurde. Dies geschah in einem Kanonenturm an Bord des Marinefahrzeugs "Thor".

"Es sah so dunkel aus, aber plötzlich wurde ich so froh, daß mir schien, ich berührte kaum das Deck, als ich ging. Ja, Gott allein kann uns so froh machen, und er soll über alles gepriesen sein", schrieb Smith über seine geistliche Situation zwei Tage später in einem Brief an seine Eltern. Dieses Erlebnis sollte größere Folgen für Tausende von Menschen in den folgenden 100 Jahren haben.

Heute betrachten die Smiths Freunde diesen Zeitpunkt als den Beginn des Aufbaues von dem, was eine Gemeinde ohne Namen werden sollte, was aber in offiziellen Dokumenten Die Christliche Gemeinde auf Brunstad (Stokke in Vestfold, wo die Gemeinde ihren Versammlungsort hat) genannt wird. Es ist die einzige norwegische christliche Gemeinde mit internationaler Verbreitung.

Von wie vielen man sagen kann, daß sie Smiths Freunde sind, weiß selbst die Leitung nicht genau. Es wird nämlich kein Mitgliedsprotokoll geführt. Denn, wie sie selbst sagen, "das Wichtigste ist, daß unsere Namen im himmlischen Buch eingetragen sind". - Man nimmt jedoch an, daß es in Norwegen 6000 "Freunde" und in 55 Ländern insgesamt etwa 24.000 gibt, erklärt der Pressesprecher Svein Kronstad.

Smiths Freunde findet man heute tatsächlich in sämtlichen Erdteilen, und ständig werden neue "Filialen" etabliert, zuletzt in St. Petersburg.

Wäre der frühere Leiter Sigurd Bratlie (1906-1997) nicht in Verbindung mit einem Treffen mit Christen in Bagdad (1977) arrestiert worden, so wäre die Gemeinde wahrscheinlich weiterhin unbekannt geblieben. Doch Bratlies höchst unfreiwilliger Aufenthalt in einem der schlimmsten Foltergefängnisse des Irak führte zu starkem Aufheben in norwegischen und ausländischen Medien. Langdauernder intensiver Einsatz von Yvonne Huslid und ein Telegramm von König Olav V. an den damaligen Präsidenten des Irak, Feldmarschall Ahmed Hassan Al-Bahr, führten zum Schluß zur Begnadigung.

1997 wurde ein Gedenkjahr für die Smiths Freunde. Bis dahin war die Gemeinde keine registrierte Glaubensgemeinschaft und nahm nicht an der öffentlichen Zuschußordnung teil. Als Grundlage für das Ansuchen an den Staat wurde im Einvernehmen mit den "Freunden" die Teilnahme an den zwei Wochen langen Sommertreffen herangezogen, die jedes Jahr stattfinden und bei denen sich bis zu 8000 Menschen aus dem In- und Ausland versammeln.

Ansonsten ist die Gemeinde sehr lose verbunden. Sie arbeitet nicht mit Mitgliedsbeiträgen, es gibt bei den "Freunden" auch keine festen Spendenordnungen, wie z.B. den "Zehent" (10 Prozent des Einkommens). Einkünfte zur Verwendung für Bauten und Erweiterung von Lokalen, für Evangelisierung und Missionierung kommen von Kollekten während der Versammlungen. Diese sind freiwillig und haben immer einen Zweck, sodaß der oder die Einzelne weiß, wofür er oder sie spendet. Es wird immer darüber informiert, wieviel gesammelt wurde, und die wenigsten bitten um Einblick. Die Smiths Freunde vertrauen in großem Maß aufeinander. Gemeinden z.B. in Rumänien, der Ukraine und Rußland werden sehr unterstützt; von St. Petersburg bis Wladiwostock.

- Man gibt, was man für richtig hält und was man geben kann, erklärt Kronstad.

Die Gemeinde hat keine bezahlten Prediger oder Leiter. Faktisch ist der einzige Angestellte ein Wachtmeister am Versammlungsort Brunstad, während alle anderen ihre eigene Arbeit verrichten.

"Der Dienst in der Gemeinde ist freiwillig und unbezahlt, aber die Reisespesen werden ersetzt, entweder von der Gemeinde, die eingeladen hat, oder aus einer gemeinsamen Evangelienkasse. Irgend eine Form von Verdienstmöglichkeit gibt es nicht für jene, die für die Gemeinde umherreisen. Ganz im Gegenteil ist es weit mehr gebräuchlich, daß man für solche Reisen eigenes Geld verwendet", schreibt der Journalist Kjell Arne Bratlie in seinem Buch "Der Weg des Kreuzes", das vor drei Jahren herauskam.

Zwischen den Smiths Freunden gibt es ein ungewöhnlich gutes soziales Netz. Man kümmert sich umeinander in der aller positivsten Bedeutung des Wortes. Es hat sich ein ungewöhnlich guter Kontakt zwischen den Gemeinden in jedem einzelnen Land und zwischen den Ländern entwickelt. Auf dem Versammlungsort Brunstad ist es nichts Ungewöhnliches, Leute von praktisch allen Erdteilen zu treffen, die gleichwohl fließend norwegisch sprechen, wenn auch während der Treffen auch in eine lange Reihe von Sprachen übersetzt wird.

Der starke interne Zusammenhalt in der Gemeinde hat zu Problemen für solche geführt, die entweder ausgetreten sind oder ausgeschlossen wurden: Diese entdeckten plötzlich, daß sie das soziale Netzwerk um sich herum verloren hatten.

Heute wird die Gemeinde von Ruhe geprägt. Aber so war es nicht vor einigen Jahren, vor und unmittelbar nachdem Kåre Smith im Jänner 1996 die Leitung übernahm. In Oslo verließen 120 Menschen die Gemeinde, in Hamar und Fredrikstad wurde sie nahezu halbiert. Die Kritik der Aussteiger richtete sich besonders gegen den festen Griff, mit dem die Smith-Familie weiterhin die Gemeinde umfaßt. Außerdem wurde die interne Erweckung als sehr störend kritisiert.

Weisen darauf hin, was Gottes Wort sagt

"Der Glaube an das Wort des Lebens ist die größte Macht, die im Universum existiert"

So stand es beim Neujahrstreffen 1975/76 mit großen Buchstaben über dem Sprecherstuhl am Versammlungsort Brunstad geschrieben. Der Leiter Elias Aslaksen hatte die Devise festgelegt. Es war das letzte Neujahrstreffen, am dem er teilnahm, bevor er einige Monate später starb.

Das Motto spricht auf viele Weise für das, was all die Jahre hindurch den Smiths Freunden wichtig zu vermitteln war. Als Marineoffizier durch fast 40 Jahre hindurch erhielt Johan O. Smith glänzende Möglichkeiten, die norwegische Küste entlang zu reisen. Fast überall, wo das Fahrzeug einen Hafen aufsuchte, benützte Smith die Gelegenheit, den Leuten das Evangelium zu verkünden.

1908 traf Smith an der Seekriegsschule den Kadetten Elias Aslaksen (1888 - 1976). Das Treffen hatte entscheidende Bedeutung für den jungen Kadetten, der etwas später Abschied von der Marine nahm. Von da an war Aslaksen fast vollzeitlich als Verkündiger engagiert und Smiths engster Mitarbeiter. Das aller notwendigste Geld für den Lebensunterhalt verschuf er sich durch Sprachunterricht und andere anfallende Arbeiten.

Beide waren als sehr gottesfürchtige Männer bekannt, die in ihrem Glauben unbeugsam waren. Aslaksen war außerdem auf dem Sprecherstuhl sehr sprudelnd, hatte Sinn für Humor und war ein großer Menschenkenner.

Elias Aslaksen, Sigurd Bratlie (1906 - 96) und Aksel J. Smith (1910- ) trugen mit einer unermüdlichen Reisetätigkeit dazu bei, daß die Gemeinde in mehreren europäischen Ländern heranwuchs. Sigurd Bratlie leitete die Gemeinde die letzten 20 Jahre bis zu seinem Tod 1996, während Aksel J. Smith das Gemeindeblatt "Verborgene Schätze" über 50 Jahre lang redigierte. Seit 1996 ist Kåre Johan Smith, ein Enkel des Gründers, der unbestrittene Leiter der Gemeinde.

Die Aktivitäten ändern sich wohl etwas von Gemeinde zu Gemeinde. In Sandefjord wird die Gemeinde vom Pressesprecher Svein Kronstad geleitet. Dort zählt die Gemeinde 400 Mitglieder und ist dabei, aus ihren Lokalen herauszuwachsen. Deshalb wurde bereits ein neues Grundstück erworben, wo die Errichtung eines neuen Zentrums um 10 - 12 Millionen Kronen geplant wird.

Große Aktivität

Die Gemeinde hat die ganze Woche hindurch große Aktivität, mit eigenem Kindergarten für Kinder außerhalb der Gemeinde und einer Reihe von evangelischen Treffen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Nur an Montagen und Donnerstagen gibt es keine Treffen. Die Treffen der Smiths Freunde sind auf viele Weise speziell: die Bibelausgabe von 1930 ist bei den meisten weiterhin in Verwendung. Die Männer legen die Schrift aus, aber sie predigen nicht so, wie es den meisten von Kirche und Bethaus her bekannt ist, sie "weisen darauf hin, was Gottes Wort sagt". Es gibt keinen Hauptredner, sondern der erste, der redet, spricht etwas länger als die meisten anderen. Die Frauen, gerne mit weißem Kopftuch, schließen sich unter anderem mit Zeugnisgeben an. Die Treffen sind von vielem Gesang geprägt. Die "Freunde" haben ihr eigenes Gesangsbuch, "Die Wege des Herrn". Die Melodien sind einfach und zündend, die meisten Texte sind von Leuten aus der Gemeinde verfaßt.

Woran glauben sie ?

Erlöst zu werden kann wie ein halbes Werk erscheinen. Nach der Bekehrung soll der Einzelne an sich selbst arbeiten, um ein besserer Mensch zu werden und über die Sünde zu siegen.

Audun Erdal nennt in seiner Spezialabhandlung aus Kirchengeschichte (Gemeindefakultät, 1984) das Schriftverständnis der Gemeinde "stark biblizistisch". Man kann herausgerissene Bibelverse nehmen und direkt in die eigene Situation übertragen, ohne den Zusammenhang des Textes, den Abstand zwischen der Welt der Bibel und unserer zu sehen und ohne dogmatische Reflexion.

Die "Freunde" versuchen so zu leben, wie es in der Gemeinde gelehrt wird: Glaube und gute Werke gehen Hand in Hand, ohne Werke ist der Glaube tot.

Die Gemeinde befindet sich bezüglich der Rechtfertigung durch den Glauben allein auf Linie mit Luther. Sie glauben, es sei möglich, mit der Kraft des Heiligen Geistes über alle bewußte Sünde zu siegen.

Die Smiths Freunde praktizieren die Taufe der Gläubigen (Erwachsenentaufe), denn Gott kann nach ihrer Ansicht keinen guten Gewissenspakt mit kleinen Kindern eingehen. Weil Kinder nicht getauft werden, praktizieren sie auch keine Konfirmation. Aber für die Jugendlichen gibt es Bibelunterricht, welcher dem Konfirmantenunterricht in der Norwegischen Kirche entspricht.

Die Gemeinde praktiziert das Abendmahl ein- oder zweimal im Jahr. Das Abendmahl ist für die "Freunde" eine Mahlzeit der Selbstprüfung, bei der des großen Erlösungswerkes gedacht wird, das Jesus vollbracht hat. Beim Abendmahl legen sie auch Zeugnis darüber ab, daß sie mit Jesus und miteinander Gemeinschaft haben. Das Abendmahl ist eine ernster, persönlicher Glaubensakt, an dem nicht alle teilnehmen.

Die Smiths Freunde bleiben unter sich und haben fast keine Zusammenarbeit mit anderen Glaubensgemeinschaften, die sie gerne als "religiöse Parteien" bezeichnen, und solche Parteibildung wird als Sünde gegen die Schrift angesehen. Die Norwegische Kirche wird gerne als eine "Hure" bezeichnet, denn sie hat "Huren-Ordnungen", wo der Staat die Grundlage ist und nicht Christus. Jede menschliche Ausbildung von Priestern samt dem Aufbau des Kirchenwesens wird als falsch angesehen. Aber zu allererst sind die "Freunde" mit ihrer eigenen Gemeinde beschäftigt und damit, an ihrer eigenen Erlösung zu arbeiten. Mit der Staatskirche oder mit anderen Gemeinden "im Krieg" zu stehen hat keine besondere Bedeutung.

Kommentar des ‹bersetzers:

Ein treffender Ausdruck "Verkündigung mit der Stärke der Kanonen". Ob man nun von seinem eigenen Kind geohrfeigt wird und Fußtritte bekommt, weil man sich nicht "bekehrt", oder ob die "Freunde" Jugendliche dazu aufrufen, "in der Welt umherzufahren und jede einzelne Kirche niederzureißen" - ob das Jesus so gemeint hat?

"Heute herrscht vollständige Ruhe" - nach Insiderberichten ist das nicht so.

"Ohne Fernsehen, ohne Kino, Frauen niemals Hosen, Einheitsfrisur, kein Make-up" - aber Herr Mag. Huemer sagte vor Gericht als Zeuge: "Unsere Kinder haben selbstverständlich die Freiheit, alle möglichen Medien zu nützen" (Protokoll des Bezirksgerichtes Irdning vom 29. 4. 1998).

Die Bezeichnung "Die Christliche Gemeinde" spiegelt den Anspruch wieder, die einzigen wahren Christen zu sein, in einer Umkehrung der wahren Verhältnisse: während die meisten christlichen Bekenntnisse heute auf vielen Gebieten bestens zusammenarbeiten und sich auch zur "einen Kirche" bekennen, meinen die "Freunde", durch ihre Glaubensgemeinschaft, die alle anderen radikal ablehnt, das verwirklichen zu können, was Jesus Christus wollte.

Die Schätzung von 6000 scheint mir übertrieben - nach dem Antrag um Teilnahme an staatlicher Unterstützung Ende 1996 waren es genau 5074. Gerade diese staatliche Unterstützung war es ja, was die "Freunde" den anderen christlichen Gemeinschaften vorwerfen und weshalb sie diese mit der Bezeichnung "Hure" bedachten (siehe: "Delikater Streit in christlicher Gemeinde" in der "Aftenposten" vom 4. 2. 97).

Ob nur die Haft von Sigurd Bratlie im Irak zum Bekanntwerden der "Freunde" beitrug, ist zu bezweifeln. Vor allem waren es die Massenaustritte zu Beginn der 90er-Jahre und die erschütternden Berichte derer, die ausgetreten waren oder ausgeschlossen wurden.

Durch Indoktrination kann man leicht dazu gebracht werden, viel mehr zu spenden als man eigentlich mit Rücksicht auf seine Familie verantworten sollte. Dazu braucht man keine "Abgaberegelungen".

Viele Selbstverständlichkeiten werden hier als ausnehmende Besonderheit der "Freunde" dargestellt. Es gibt unzählige humanitäre Organisationen, deren ehrenamtliche Mitarbeiter einen grandiosen Einsatz leisten. Der Unterschied ist allerdings der, daß letzterer i.a. der Allgemeinheit zugute kommt, während er sich bei den "Freunden" ausschließlich auf die eigenen Glaubensgenossen bezieht ("denn die anderen werden ohnehin alle verdammt").

Ein Widerspruch ergibt sich aus der Behauptung, keine bezahlten Prediger zu haben, und andererseits der Betonung des - auch in wirtschaftlicher Hinsicht funktionierenden - sozialen Netzes. Beispiel: als die Firma von Kåre J. Smith in technischem Konkurs war, leerten alle Kinder der "Freunde" ihre Sparbüchsen, um Smith's Schulden zu bezahlen. Was ist das denn als eine versteckte Bezahlung eines Predigers - freilich unter Umgehung der Steuer?

Ich traf in Deutschland und in Holland eine ganze Reihe "Ehemaliger", die kein Wort norwegisch sprachen.

Daß es Probleme für die Ausgetretenen und Ausgeschlossenen gibt, ist bemerkenswert. Erstens behaupteten die Freunde wiederholt, sie hätten noch niemanden ausgeschlossen. Zweitens werden diese Probleme durch den Umstand gefördert, daß man bei den "Freunden" genötigt wird, keine freundschaftlichen Kontakte nach außen zu haben - außer zu potentiellen Rekruten - und daß bei einem Austritt bzw. Ausschluß die "Gemeinde" sofort den Kontakt mit dem Betreffenden abbricht - kein sehr christliches Verhalten.

Insgesamt haben in Norwegen zu Beginn der 90-er-Jahre wohl 1000 bis 1500 Personen die "Gemeinde" verlassen. Die Gruppe in Trondheim hat sich bekanntlich geschlossen absentiert. Im Ausland geschah das selbe mit Südafrika. Mag. Huemer behauptete dennoch: "Es waren ganz wenige".

Die Schriftauslegung unterscheidet sich tatsächlich von der in anderen christlichen Gemeinden geübten. Während man in letzteren den Zusammenhang herstellt und eine Textstelle als ganze betrachtet, werden bei den Freunden einzelne Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und mit anderen ebenso aus dem Zusammenhang gerissenen verknüpft, sodaß ein gänzlich anderer Sinn entsteht als der von der Bibel ursprünglich beabsichtigte.

Friedrich Griess