Toralv Berge, 4. Januar 2008
2004 wurde das Veranstaltungszentrum Brunstad fertig gestellt, 25000 m2 mit einem Versammlungssaal für 7500 Personen. Für die Smiths Freunde ist dies das „neue Jerusalem“, sowohl geistig als auch körperlich. Viel der Aufmerksamkeit der Organisation ist nun auf das Sammeln von Geld und auf die Verwendung der Zeit der Mitglieder zur Finanzierung dieses Gebäudes gerichtet. Die Mitglieder beteiligen sich an freiwilliger Arbeit für die unzähligen Unternehmen der Smiths Freunde, die übrigens besonders in der Bau- und Anlagenbranche mit normalen Firmen um Aufträge konkurrieren, um diverse Projekte zu finanzieren, welche die Leitung für die Organisation als nützlich betrachtet. Es sollte eigentlich damit genug sein, dass die Organisation Die Christliche Gemeinde Brunstad ihre Gebäude dadurch finanziert, indem sie die Zeit der Mitglieder für freiwillige Arbeit mit Beschlag belegt, und durch großzügige Spenden, welche die Mitglieder zu geben gewohnt sind.
Aber die Leitung, vertreten durch Kåre J. Smith, hat eine andere Weise gefunden, das Veranstaltungszentrum Brunstad zu finanzieren, die sich als ziemlich effektiv erwiesen hat. Sie haben einfach die Schulden, welchen die Organisation angehäuft hat, direkt auf die Mitglieder überschrieben. Zuerst wurden die örtlichen Gemeinden der Smiths Freunde aufgefordert, Schuldscheine zu unterfertigen, berechnet nach der Größe der lokalen Gemeinde, dann begann eine Reihe von Gemeinden, die Mitglieder unter Druck zu setzen, persönlich einen gewissen Anteil der Schulden der Organisation zu übernehmen. Örtliche Leiter, die sich dieser Praxis widersetzten, wurden ihrer Ämter enthoben und zum Schweigen gebracht. Für die Mitglieder ist dies eine Frage, tatsächlich in den Himmel zu kommen, deshalb gelingt es wenigen, sich den diesbezüglichen Aufforderungen der Leiter zu widersetzen. Einzelne Gemeinden, wie die örtliche Gemeinde in Kopenhagen, haben sogar die Beiträge einzelner Mitglieder auf der Website der Organisation veröffentlicht. Klarerweise dazu, um einen Wettbewerb hervorzurufen, möglichst viel beizutragen, dadurch dass einige natürlich ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie wenig beitragen oder sich überhaupt nicht auf der Liste befinden.
Es gibt keinen Zweifel, dass die Leiter dieser Sekte gerissene Geschäftsleute sind. Besonders den für die Wirtschaft zuständigen Bernt Aksel Larsen kann man als einen schlauen Fuchs bezeichnen. Aber man kann sich fragen, ob das ethisch verantwortbar ist. In meinen Augen ist dies Ausnützung der Gutgläubigkeit der Mitglieder und ihres Vertrauens auf die Leitung. Wenn dann zusätzlich die Abrechnung und die wirtschaftlichen Dispositionen der Organisation nur für eine kleine Gruppe von Männern zugänglich sind, dann liegt der Verdacht auf Korruption nicht mehr fern.