Von Toralv – verfasst am 30. Juni 2007
Ich stieß auf einen interessanten Artikel [1], den ein ehemaliges Mitglied der Smiths Freunde verfasste. Dort kann man die Korrespondenz zwischen dem Vorstandsvorsitzenden der Smiths Freunde, Sigurd J. Bratlie, und dem Redakteur dieser Internetseite lesen. Der Redakteur hat gewiss ein Thema aufgeworfen, das Bratlie nicht sehr angenehm sein dürfte. Ich empfinde Bratlies Schreibereien dort als sehr aggressiv und unsachlich. Es gelingt ihm nicht, nicht persönlich ausfällig zu werden. Der Redakteur Alf Gjøsund muss sich einige sehr negative Charakteristiken von sich selbst anhören, aber dennoch bewahrt er auf jeden Fall die Ruhe und Sachlichkeit. Auf Deutsch gibt es das Spruchwort: „Ein getroffener Hund bellt!“ So möchte ich Sigurd Bratlies Auftreten beschrieben. Reines Bellen. Ohne einen Grund dafür zu haben.
Dies fügt sich für mich ein in eine lange Reihe negativer Erlebnisse, die ich bei den Smiths Freunden hatte. Ich wuchs in der Meinung auf, „die Ältesten“ seien fast göttliche Gestalten, die keinen Fehler begehen können. Alles was die tun und sagen, sei auf die eine oder andere Weise Gottes Werk. Und ich rechne damit, dass meine ehemaligen Freunde weiterhin diese Meinung haben. Aber dieses und viele andere Beispiele zeigen mir, dass es sich hier um ganz gewöhnliche Leiter für eine große Glaubensgemeinschaft handelt, die nicht zu kommunizieren gelernt haben. Auf Norwegisch heißt das wohl folkeskikk (Kinderstube). Ein gewisses Maß von Respekt und Sachlichkeit kann man sich wohl von einem Vorstandsvorsitzenden eines weltumspannenden Unternehmens mit über 30.000 Mitgliedern erwarten. Und nicht zuletzt kann man eine größere Offenheit bezüglich der Organisation Die Christliche Gemeinde erwarten.
Zusammensetzung und Beschlüsse des Vorstands, wirtschaftliche Dispositionen und Vorschriften. Dies sind normalerweise öffentlich zugängliche Informationen bei norwegischen Organisationen. Und es ist nicht gut, den Verdacht der Korruption über sich hängend zu haben, daher wäre den Smiths Freunden mit der Veröffentlichung dieser Information zweifellos gedient. Außerdem sind die Smiths Freunde sehr damit beschäftigt, durch Spenden der Mitglieder möglichst viel Geld hereinzubekommen, und dabei wäre das Vertrauen zwischen Vorstand und Mitgliedern ein großer Vorteil.
Ich bin davon überzeugt, dass Sigurd J. Bratlie und andere Leiter sich dessen sicher sind, dass sie Gutes tun. Aber sobald sie sich den konstruktiven Vorschlägen anderer verschließen, liegt der Verdacht nahe, dass die Smiths Freunde tatsächlich eine gefährliche Sekte sind. Ich bin übrigens auch überzeigt, dass fundamentalistische Muslime oder Juden sich sicher sind, dass sie Gutes tun.
2004 schrieb Alf Gjøsund einen Artikel im Tønsbergs Blad, den zu merken es sich lohnt. [2] Hier befasst er sich mit der Art und Weise der Leiter, Kritik zu behandeln. Der Artikel ist eine Antwort auf Kåre Smiths Beitrag in derselben Zeitung. Hier schreibt er über die Kritiker:
„Überprüfe, wer diese Personen sind, und gehe das Strafregister, Urteilsregister und andere nicht so ehrenhafte Stellen durch.“ [3]
Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie sachlich der Vorstand der Smiths Freunde sein kann. Ich betrachte diesen Satz als reine Erfindung, um vom Kern der Sache abzulenken.
Ich wundere mich auch, warum der eigene Verlag der Smiths Freunde. Skjulte Skatter (Verborgene Schätze), von Sigurd Bratlie geleitet wird. Alle anderen Gesellschaften unter Brunstads Schirm stehen im Besitz von DKM [4] Brunstad (einer religiösen Organisation), während dieser Verlag rein formal nicht mit den Smiths Freunden verbunden ist. Ist dies, weil es tatsächlich einen unausgesprochenen Konflikt zwischen Bratlie und Smith bezüglich der Übernahme des Erbes der Väter gibt? Nach dem Erbgesetz sollte Bratlie die Leitung übernehmen, da er mit dem Gründer Johan Oskar Smith am nächsten verwandt ist. Und Verwandtschaft bedeutet viel bei den Smiths Freunden. Bald wird ein eigenes Buch erscheinen, das die Verwandtschaftsverhältnisse der zentralen Mitglieder der Gemeinde behandelt. Das wird spannende Lektüre!
Aber hauptsächlich bin ich Optimist und glaube, dass unsere weltliche Gesellschaft die Smiths Freunde weiterhin auf positive Weise beeinflussen wird. Schließlich kann vielleicht auch die Gesellschaft von den Smiths Freunden lernen. Nicht alles in dieser Gemeinde ist kritikwürdig.
[1] Dieser Artikel ist auf norwegisch unter http://vestibylen.no/page.php?mtid=4&elid=167 seit dem Jahre 2001 ungehindert einsehbar. Die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung wurde mir – trotz der Erlaubnis des Inhabers der genannten Website - von einem österreichischen Gericht vorläufig untersagt. F. Griess.
[2] http://griess.st1.at/sfogtro.htm , Alf Gjøsund: Smiths Freunde und die Glaubwürdigkeit der Kritiker
[3] http://griess.st1.at/mythenpr.htm, Kåre J. Smith: Die Mythenproduzenten und die Smiths Freunde
[4] DKM = Den Kristelige Menighet = Die Christliche Gemeinde, offizieller Name der Smiths Freunde